"Exzessive Smartphone-Nutzung ist das Fett des 21. Jahrhunderts"

30. Januar 2015 - 13:06 Uhr

Facebook, Instagram und WhatsApp sind omnipräsent

Das Smartphone ist für viele ein ständiger Begleiter, der erste und letzte Kontakt mit der Welt außerhalb der vier Wände am Morgen vor dem Aufstehen und am Abend vor dem Einschlafen - wenn auch nur virtuell. "Nur noch mal kurz checken, ob…", bloß nicht verpassen, was bei Facebook, Instagram oder WhatsApp läuft. Doch Experten warnen: Ein neues Krankheitsbild, eine Sucht entsteht – die digitale Abhängigkeit.

Leben in digitaler Abhängigkeit
Smartphone: Unser ständiger Begleiter
© dpa, Thalia Engel

"Exzessive Smartphone-Nutzung ist das Fett des 21. Jahrhunderts, und wenn wir uns nicht aktiv drum kümmern, macht uns das krank", warnt Professor Alexander Markowetz von der Uni Bonn. Das Problem: Warnsignale für digitale Abhängigkeiten sind in unserer Gesellschaft noch nicht definiert.

Markowetz erforscht das Handy-Nutzungsverhalten. 200.000 Menschen haben freiwillig eine App heruntergeladen und übermitteln ihm ihre Nutzungsdaten. Dabei hat Markowetz festgestellt: "Bei den Handys ist interessanterweise gar nicht so sehr die Zeit interessant, die ich damit verbringe, sondern die Häufigkeit, mit der ich das Handy nutze. Das sind so im Schnitt 60 Mal, das sind aber schnell auch 90 Mal oder mehr. Das sind immer noch zehn Prozent der Leute. Wenn ich mich 90 Mal am Tag etwas unterbreche, das sind alle zehn Minuten."

Markowetz ist sich sicher, dass es früher oder später Produkte geben wird, "die nichts anderes machen, als uns geistig zu entlasten". Geräte, die helfen, das Telefon liegenzulassen. Der Professor prophezeit: "Und das erste Gerät, das das anbietet, das wird ein Blockbuster!"