Tauwetter, Hochwasser und reichlich Schnee!

Extremwetter: Grenze zwischen Frühling und Winter über Deutschland

28. Januar 2021 - 20:23 Uhr

Grenzwetterlage teilt Deutschland mit extremen Kapriolen

Die kommenden Tage werden Deutschland teilen. Zum Glück nur meteorologisch. Denn es treffen sich zwei grundverschiedene Luftmassen. Auf der einen Seite der patschnasse Frühling mit Tauwetter bis in die Hochlagen. Auf der anderen Seite hält der Winter dagegen. Eine sogenannte Grenzwetterlage mit teils extremen Wettererscheinungen.

Am Donnerstag geht es los

Nach einer kurzen Beruhigung in der Nacht zum Donnerstag folgen aus Westen die nächsten Wolken. Im Westen fällt rasch Schneeregen oder Regen bevor die feuchte Luft auf dem Weg nach Osten auf die Winterkälte trifft. Damit geht der Regen einerseits in Schnee über. Andererseits besteht im Übergangsbereich zur Kaltluft am gefrorenen Boden die Gefahr von Glatteis, während es jenseits der Luftmassengrenze teilweise heftig schneit.

So sieht die Grenzwetterlage der nächsten Tage aus

Deutschland zwischen Frühling und Winter. Die Graphik zeigt die Verteilung der Luftmassen. Eine sogenannte Luftmassengrenze liegt genau über uns.
Die Grenzwetterlage über Europa. Die Grenze zwischen Frühling und Winter verläuft genau über uns.
© wetter-ressort

Schneeglatte Straßen und reichlich Neuschnee

Das Zusammenspiel zwischen der feuchten Luft aus Westen und der Luftmassengrenze wird zum Teil für hochwinterliche Straßenverhältnisse durch viel Neuschnee sorgen. Das gilt insbesondere vom südlichen Niedersachsen bis rüber nach Thüringen und Sachsen. Hier müssen wir uns am Donnerstag auf eine brisante Glättelage einstellen. Zumal eben auch gefrierender Regen im Übergangsbereich denkbar ist.

Trocken im Nordosten, Regen im Südwesten

Im Nordosten unseres Landes bekommen wir in winterlich kalter und trockener Luft kaum etwas vom Wetter-Spektakel mit. Das sieht im Südwesten bei bis zu 12 oder 13 Grad hingegen ganz anders aus. Die Tauwetter-Grenze steigt auf 1000 bis 1500 Meter und damit fließt reichlich Schmelzwasser talwärts. Dazu kommt zum Teil ergiebiger Dauerregen. Die Hochwassergefahr steigt.

Reichlich Schnee auf den Bergen

Baden-Württemberg, Sand: Beim Mehliskopf fährt ein Schneepflug vorbei um die Strasse vom Schnee zu räumen. Die Schneefälle der letzten Tage locken Ausflügler in den Schwarzwald. Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Winter im Schwarzwald. Immer wieder hat es reichlich geschneit, so dass auf dem Feldberg im Schwarzwald aktuell um die 150 Zentimeter liegen.
© dpa, Uli Deck, ude htf

Was ist eine Grenzwetterlage?

Wenn zwei Luftmassen auf engem Raum aufeinander treffen und keine von beiden richtig zurückweicht, dann hat sich eine sogenannte Grenzwetterlage gebildet. Diese kann sich teilweise über einige Tage halten und sie geht in der Regel mit etlichen Wetterkapriolen einher. Vor allem im Hinblick auf die Niederschläge, die zum einen oft reichlich vom Himmel kommen. Zum anderen sind besonders im Winter auch wiederholt heftige Schneefälle oder Mischformen wie Schneeregen und gefrierender Regen oder Glatteis drin.

Am Wochenende kehrt der Winter wieder zurück

Die nächste spannende Frage bei dieser Grenzwetterlage ist: Wohin verschiebt sich die Grenze? Das wird von den unterschiedlichen Wettercomputern noch unterschiedlich eingeschätzt. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass die Kaltluft sich von Nordosten erneut bis in den Süden und den Westen ausbreitet und dass damit unser Wochenende erneut winterlich verläuft. Zum Sonntag machen dann sogar landesweit die Niederschläge mal Pause, so dass sich die akute Hochwasserlage entspannt.

Nächste Woche neuer Regen? 

Auch für die nächste Wetterwoche sehen die Wettermodelle noch kein einheitliches Bild. Der Winter hat durchaus noch weitere Chancen, die mildere Luft aber auch. Vor allem aber überwiegt bei den meisten Vorhersagen der Tiefdruckeinfluss. Und sollte sich dabei erneut eine Grenzwetterlage oder sogar eine grundsätzlich regenreiche Situation einstellen, dann müssten sich insbesondere die Anlieger an Rhein, Main, Mosel und Donau ziemlich sicher auf ein größeres Hochwasser-Ereignis einstellen.

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