Weiterhin zu wenig Niederschlag im September

Extreme Trockenheit in Deutschland: Kommt jetzt noch ein Dürre-Herbst dazu?

17. September 2019 - 16:51 Uhr

Der aktuelle Zustand der Böden und die neuen Wettervorhersagen machen wenig Hoffnung. Eine Entspannung mit massiven Regenfällen ist immer noch nicht in Sicht. Stattdessen kommt ein neues Hochdruckgebiet, welches sonniges und trockenes Herbstwetter bringt. Besonders trocken ist es derzeit in der Westhälfte und dort werden erstmal keine Tropfen fallen. Der Wasserverbrauch von Menschen und Pflanzen ist seit Monaten größer als die gefallenen Regenmengen, hinzu kommt die Verdunstung und das macht die Lage so kritisch.

Hochdruckgebiet am Wochenende bringt weitere Trockenheit

Trockenheit
Ein gewohntes Bild für Meteorologen in diesem Jahr. Die erwarteten Regensummen für eine Woche sind eher mager.
© Meteogroup

In den kommenden 7-Tagen wird nahezu kein Niederschlag fallen und dann ist der September auch schon fast vorbei. Die Böden müssen weiterhin auf Regen warten. Mittlerweile hat sich ein Niederschlagsdefizit von ca. 700 bis 1000 Liter pro Quadratmeter in den von der Dürre geplagten Regionen eingestellt. Es müsste also umgerechnet eine komplette Jahressumme an Regen fallen, damit wir ohne Regendefizit in das Jahr 2020 starten können.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Regensumme noch in diesem Jahr fallen wird ist nahezu ausgeschlossen. Somit werden wir auch in das Jahr 2020 ein gewisses Regendefizit mitnehmen. Die Frage ist nur wie groß dieses Regendefizit sein wird", so RTL-Meteorologe Christian Häckl.

Kritisch sind auch die Flußpegelstände

Eine Folge der geringen Niederschläge: Die niedrigen Flußpegelstände! Viele Flüsse in Deutschland führen zu wenig Wasser. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) erklärt, "Als Folge der Witterung der letzten Wochen hat sich in einigen Gewässern des Landes eine markante Niedrigwassersituation entwickelt."

Der Rheinpegel sinkt in den kommenden Tagen deutlich ab, und wenn der Vorrat aus den Seen zur Neige geht, werden die Pegelstände noch schneller absinken. Bleibt abzuwarten wie sich die Wetterlage in den kommenden Wochen präsentiert.

Mehr Informationen zum Thema Trockenheit finden Sie in der Dokumentation Wüstenstaat Deutschland bei TV-NOW.

Auch wenn es anders aussieht, die Dürre ist schlimmer als letztes Jahr!

Links: Die Böden sind deutlich trockener (31.08.2019) ; Rechts: Die Flächen sind nicht ganz so braun und etwas grüner (31.08.2008)
Links: Die Böden sind deutlich trockener (31.08.2019) ; Rechts: Die Flächen sind nicht ganz so braun und etwas grüner (31.08.2008)
© NOAA, wetter.de

"Die Dürre dauert in tieferen Schichten schon mehr als ein Jahr an und daher fallen ihr immer mehr große Bäume mit tiefen Wurzeln in den Wäldern zum Opfer, während es oberflächlich (mit Ausnahme des Ostens) derzeit nicht ganz so staubtrocken ist. Derzeit gibt es große Gemeinsamkeiten zum vergangenen Dürrejahr 2018", so RTL-Meteorologe Christian Häckl weiter. Die Füllstände der Talsperren waren im Dezember häufig unter 50 Prozent. Derzeit liegen die Füllstünde im Durchschnitt bei ca. 66 Prozent.

Die Hoffnung liegt also auf dem kommenden Winter, denn auch im letzten Jahr konnte einiges an Regen wieder gut gemacht werden. So steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass es auch im Winter 2019 / 2020 wieder mehr Regen gibt und sich die Natur erholen kann.