2018 M12 19 - 1:02 Uhr

Alles Kalte kann einen allergischen Schock durch Urtikaria auslösen

Eine kühle Brise, ein Glas mit Eiswasser oder ein Gang zum Kühlschrank - das alles löst eine lebensbedrohliche Allergie bei Arianna Kent (21) aus. Sie leidet seit sieben Jahren an einer seltenen Form der Nesselsucht. Das größte Problem daran: Arianna lebt ausgerechnet im kalten Kanada.

Im Winter wird es für die Kanadierin lebensgefährlich

Sobald die Temperaturen sinken, lebt Arianna Kent mit der Angst, an einem anaphylaktischen Schock zu sterben. "Es beginnt mit kleinen Rötungen an meinen Armen", beschreibt sie ihre Krankheit. "Dann breitet es sich schnell aus und die Pusteln werden größer, am Ende bleibt mir die Luft weg, weil mein Hals anschwillt", schildert sie der "Daily Mail".

Sie leidet an einer seltenen Form von Nesselsucht, bei der ihre Haut Pusteln bildet, sobald es zu kalt wird. Die juckenden und brennenden Pusteln bedecken dann ihren ganzen Körper. Ihr drohen Atemnot, erhöhter Puls, Blutdruckabfall und sogar ein Kreislaufschock - Symptome, die schlimmstenfall zum Tod führen können.

In den kalten Wintermonaten muss Arianna deshalb bis zu drei Mal im Monat ins Krankenhaus, damit die Ärzte einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock verhindern können.

In ihrer Heimat Edmonton fallen die Temperaturen auf bis zu -40° Celsius

Selbst der kurze Weg zu ihrem Auto kann gefährlich werden. Daher verlässt sie nur in mehreren Lagen dicker Winterkleidung das Haus, denn schon wenige Minuten in der Kälte reichen, damit die Nesselsucht ausbricht.

Arianna schätzt, dass sie mittlerweile über 1.000 Ausbrüche gehabt hat. Jeder Kontakt mit Kälte kann die Pusteln auslösen: Ein Spaziergang im Winter, das Öffnen des Kühlschranks, das Löffeln von Eiscreme oder auch nur das Halten eines kalten Wasserglases.

Aber nicht nur der Winter birgt eine Gefahr, ihr Körper reagiert auch auf drastische Temperaturveränderungen im Sommer.

Was ist Kälte-Urtikaria?

Etwa drei Prozent der Menschen, die an Nesselsucht leiden, haben die seltene Kälte-Urtikaria. Die Krankheit kann sich jederzeit entwickeln und Experten schätzen, dass etwa jeder Fünfte in seinem Leben mindestens einmal unter der normalen Nesselsucht leidet.

Wie sich die Kälte-Urtikaria entwickelt, ist Ärzten ein Rätsel. Sie vermuten, dass es an einer seltenen Infektion des Blutes liegt, beweisen ließ sich das bisher nicht. Auch die Behandlung ist schwierig.

Eine gute Nachricht zum Abschluss: Die Symptome verschwinden oft genauso schnell, wie sie gekommen sind. Ansonsten ist der Weg zum Arzt unvermeidlich und medikamentöse Therapien notwendig. Antihistaminika und Antibiotika versprechen oft Besserung.