Extrem selten: Albatros auf Helgoland gesichtet

Ornithologen reisen nach Helgoland, um einen Schwarzbrauenalbatros zu sehen, der sonst nur auf der Südhalbkugel vorkommt.
Ornithologen reisen nach Helgoland, um einen Schwarzbrauenalbatros zu sehen, der sonst nur auf der Südhalbkugel vorkommt.
© dpa, Jochen Dierschke

12. Mai 2015 - 13:58 Uhr

Einziger seiner Art in Europa

Ein äußerst seltener Gast begeistert Ornithologen auf Helgoland: Ein Albatros hat der Nordseeinsel Besuche abgestattet. Der eigentlich auf der Südhalbkugel heimische Vogel sei im April an der Nordspitze und nun am Lummenfelsen gesehen worden, sagte Jochen Dierschke vom Institut für Vogelforschung.

Es handle sich um einen Schwarzbrauenalbatros (Thalassarche melanophris). Ornithologen - teils aus Schweden und Finnland angereist - nutzten die Chance, den Vogel aus der Nähe zu beobachten. Albatrosse sind in Europa nur sehr selten zu sehen. "In den vergangenen 30 Jahren wurden nur 121 Sichtkontakte verzeichnet", sagte Dierschke. In ihre ursprüngliche Heimat flögen solche Tiere kaum wieder.

Bereits im vergangenen Jahr war ein Albatros auf Helgoland gesichtet worden. Im Abstand von mehreren Wochen verbrachte der Vogel immer wieder einige Tage auf der Insel. Dierschke geht davon aus, dass es sich um denselben Vogel handelt. Auf Helgoland hat der Albatros demnach drei Lieblingsplätze am Lummenfelsen. Dort sucht er stets die Nähe der Basstölpel-Kolonie.

Dierschke rechnet damit, dass der Albatros bald auf die Insel zurückkehrt. "Helgoland hat wegen seiner Klippen eine hohe Anziehungskraft", sagte er. Manche Albatrosse kehrten über 40 Jahre hinweg stets an denselben Platz zurück. Allerdings habe der Vogel hier keinen Brutpartner - er sei derzeit wohl der einzige seiner Art in Europa.