'Explosiv Weekend' feiert 20-jähriges Jubiläum: Interview mit Redaktionsleiter Ulrich Klugius

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Herzlichen Glückwunsch 'Explosiv Weekend'

Das RTL-Boulevardmagazin 'Explosiv Weekend' feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Lebensnah, bewegend, aktuell und gefährlich ehrlich – das sind die Reportagen, mit denen die Wochenendausgabe von Deutschlands erfolgreichster Boulevardsendung die Zuschauer überzeugt und regelmäßig Zündstoff für öffentliche Diskussionen liefert. Jeden Samstag ab 19.05 Uhr berichtet 'Explosiv Weekend' darüber, was die Welt bewegt, deckt Missstände auf, unterhält und überrascht mit einzigartigen Geschichten.

Anlässlich des Jubiläums sprachen wir mit Redaktionsleiter Ulrich Klugius.

'Explosiv' ist sozusagen die Mutter des Boulevards. Wie erklären Sie sich nach 20 Jahren den anhaltenden Erfolg der Wochenendausgabe?

Die Sendung ist, wie viele andere infoNetwork-Magazin-"Bestseller", immer mit der Zeit gegangen. Sie hat sich immer wieder neu erfunden; formal wie inhaltlich. Und das, ohne dabei den Markenkern aus den Augen zu verlieren: Und der besteht bei einem wöchentlichen Magazin aus dem richtigen Mix aus einer möglichst großen thematischen Vielfalt und einer handwerklich sicheren Variation der Darstellungsformen.

Was schätzen Sie an der Sendung?

Durch das Feedback unserer Zuschauer wissen wir, dass sie vor dem Fernseher – übrigens genauso wie wir als Macher - am Samstag das große Storytelling schätzen, also Geschichten, bei denen es ganz besonders auf das journalistische Erzählen ankommt. Dafür – nämlich für längere Reportagen - haben wir am Samstag einfach mehr Zeit und können bei brisanten, bewegenden oder hoch spannenden Themen noch mehr in die Tiefe gehen. Unsere Reporter sind rund um die Welt im Einsatz und bringen immer wieder Geschichten mit, die selbst einen Boulevard-Veteranen wie mich stets aufs Neue daran glauben lassen, dass es noch viel mehr "untold stories" zu entdecken gibt, als man nach vielen Jahren im Metier meint.

Was hat sich in eurem Bereich in den vergangenen Jahren besonders verändert?

Wie manch anderes Magazin-Format so hat auch Explosiv Weekend in den letzten Jahren zu spüren bekommen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer angesichts der täglich wachsenden Zahl an Bewegtbildangeboten aller Art und allerorten anspruchsvoller geworden sind. Dies nicht zuletzt auch, weil sie in den vergangenen Jahren vor allem durch RTL-News und RTL-Magazine gut recherchierte und auch außergewöhnliche Geschichten frei Haus geliefert bekommen haben.

Was bedeutet das für die Sendung?

Um das Bedürfnis nach komprimierter Orientierung über die Boulevard-News-Welt noch stärker zu bedienen, haben wir unlängst die Rubrik "Die Woche" neu in die Sendung aufgenommen. Hier bieten wir eine Art Schnelldurchlauf durch die Story-Highlights der letzten sieben Tage.

In Zukunft wird es mehr denn je darauf ankommen, einen ausgewogenen Mix hinzukriegen mit einer ordentlichen Prise "positive Energie" - wie Daniel Küblböck einst sagte - zu würzen. Zugespitzt formuliert: Vor vielen Jahren reichte es oft, das außergewöhnliche Schicksal schlichtweg vor Mikro und Kamera zu bekommen. Heute muss es uns darüber hinaus gelingen, mit einer Geschichte den Blick aus der dramatischen Vergangenheit über die spannende Gegenwart in die hoffentlich positive Zukunft zu richten und aufzuzeigen, wie sich der Protagonist am eigenen Schopf oder mit der richtigen Hilfe aus allem Schlamassel herausarbeiten wird.

Und weil wir von unseren Zuschauern wissen, dass sie es schätzen, wenn Explosiv-Reporter in Aktion treten, setzen wir gerade im Weekend darauf, jenseits unserer beiden starken Köpfe in der Moderation, Nazan Eckes und Elena Bruhn, profilierte Reporterinnen und Reporter vor der Kamera zum Einsatz kommen zu lassen.

Welche Themen liegen Ihnen persönlich besonders am Herzen?

Als Journalist, der das Handwerk von der Zeitungs-Pike auf gelernt und dann längere Zeit in der investigativen Recherche gearbeitet hat, begeistern mich bis heute Stories, denen man anmerkt, dass jemand mit besonderer Akribie und dem nötigen Biss zu Werke gegangen ist. Das kann der newsige Scoop sein, wie er uns zuletzt vielleicht mit dem Beitrag über die gefährlichen Nebenwirkungen von Aluminium in Deos gelungen ist. Das kann genauso aber auch das Porträt eines Menschen sein, der die Geschichte seines Lebens erstmals einem Explosiv-Weekend-Team anvertraut: Aus der jüngsten Vergangenheit fällt mir z.B. die Engländerin ein, die erstmals vor einer Kamera über ihre Cola-Sucht - bis zu neun Liter täglich! - gesprochen hat und der eine Therapie geholfen hat, die unsere Reporterin ihr nach intensiven Recherchen vermitteln konnte.

Gibt es auch Tabuthemen?

Ein klares" Ja!". Bei aller journalistischen Leidenschaft für das allzu Menschliche sind wir uns der besonderen Verantwortung unseres Handelns stets bewusst – gerade im Boulevard. Thematische Grenzen kennt dieses Genre ja eigentlich per se nicht. Umso achtsamer müssen wir sein, wenn wir bei unseren Recherchen Themenfelder betreten, von denen zu befürchten steht, dass sie unsere Zuschauer nachhaltig verstören, ihren Ekel erregen oder gar unerwüschtes Handeln hervorrufen könnten. Um hier nicht um den heißen Brei herumzureden, sei hier exemplarisch das Thema Suizide genannt. Hier nehmen wir in der Regel Abstand von einer Berichterstattung, weil es konkrete Hinweise darauf gibt, dass Berichte dieser Art dazu geeignet sind, labile Menschen zu einer fatalen Entscheidung zu verführen. Ein anderes Beispiel sind die leider immer wieder vorkommenden abscheulichen Videoaufnahmen, in denen Täter oder Mittäter Gewalttaten dokumentieren.

Sie gehören, mit einer Unterbrechung von drei Jahren, seit 2001 zum Explosiv-Team und haben viel Erfahrung als Boulevard-Journalist. Was grenzt Explosiv Weekend von anderen Boulevard-Magazinen ab?

Ohne den Machern irgendeines Konkurrenz-Formats zu nahe treten zu wollen: Ich möchte für "Explosiv Weekend" reklamieren, dass wir uns über 20 Jahre eine Exzellenz darin erarbeitet haben, die "Boahs!" dieser Erde zu entdecken, die außergewöhnlichsten Menschen und Schicksale in den hintersten Winkeln nicht nur aus der Ferne darzustellen, sondern aus nächster Nähe. Außerdem zeichnet "Explosiv-Weekend" auch aus, dass wir uns die Zeit nehmen, der natürlichen Dramaturgie dieser Lebensgeschichten aus der Kategorie "bigger than life"so aufzubereiten , so dass unsere Zuschauerinnen und Zuschauer sich selbst und ihr Leben in Beziehung dazu setzen können. Denn dann sind und bleiben wir richtig gut.