Angeblich keine Gefahr für Bevölkerung

Explosion in russischem Viren-Labor: Hier wird an Pocken und Ebola geforscht!

© picture-alliance / dpa, Frank Rumpenhorst

17. September 2019 - 21:15 Uhr

Gefährlicher Pocken-Virus gelagert

Das Labor in der sibirischen Stadt Koltsowo nahe Nowosibirsk ist eine von weltweit nur zwei Einrichtungen, in der Proben des gefährlichen Pocken-Virus lagern. Die hochansteckende Infektionskrankheit gilt seit rund 40 Jahren als offiziell ausgerottet. Bei Reparaturarbeiten soll es am Montag zu einer Gasexplosion gekommen sein, berichtet der Sender "CNN".

Mitarbeiter bei Feuer verletzt

Ein Mitarbeiter habe dem Bericht zufolge Verbrennungen dritten Grades erlitten. Scheiben seien zersprungen. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Explosion habe sich allerdings nicht in dem Gebäudeteil ereignet, in dem an Viruserkrankungen wie Pocken, Ebola oder Milzbrand geforscht wird, meldet die russische Nachrichtenagentur TASS. Eine unabhängige Bestätigung gibt es hierfür noch nicht. Bevor die Pocken durch ein konsequentes Impfprogramm der WHO ausgerotten wurden, straben - je nach Erregerstamm - etwa 30 Prozent der Erkrankten.

Das als "Vector" bekannte Labor (vollständig: State Research Centre of Virology and Biotechnology) diente im Kalten Krieg zur Erforschung biologischer Waffen, wie die "BBC" berichtet. Später sei hier auch ein Impfstoff gegen Ebola entwickelt worden.