Mehrfamilienhaus in Blankenburg explodiert - Feuerwehr hat schlimmen Verdacht

Ein Toter und 15 Verletzte: Hantierte ein Hausbewohner mit Kriegsmunition und Flüssiggas?

13. Dezember 2019 - 16:22 Uhr

Explosion in Blankenburg im Harz am frühen Morgen

Die Polizei hat eine heiße Spur, was die dramatische Explosion in einem Plattenbau Freitagmorgen in Blankenburg (Sachsen-Anhalt) ausgelöst haben könnte. Die Beamten fanden in der Wohnung, von der die Explosion wohl ausging, Flüssiggas. Spezialisten für Spreng- und Brandvorrichtungen sowie des Kampfmittelräumdienstes sind auf dem Weg nach Blankenburg.

Um 8:55 am Freitagmorgen erschüttert eine heftige Explosion das Mehrfamilienhaus in Blankenburg

Es ist 8.55 Uhr am Freitag, als die Explosion das Mehrfamilienhaus erschüttert. Als die Feuerwehr ankommt, liegen mehrere Menschen bewusstlos vor dem Haus. Das berichtet der MDR. Im Video erzählen Augenzeugen, wie sie das Unglück erlebten. Aktuell sprechen Feuerwehr und Polizei von einem Toten. Dabei soll es sich um den 78 Jahre alten Bewohner der explodierten Wohnung handeln. Dieser hatte offenbar mit dem Gas hantiert und so die Explosion verursacht. Seine Frau wurde dabei schwer verletzt. Die Wohnung selbst ist nicht an die Gasversorgung angeschlossen, sondern wird mit Fernwärme beheizt.

Wie ein Polizeisprecher am Freitag vor Ort sagte, wurden 15 Menschen verletzt - einige von ihnen schwer. Darunter seien vier Beamte mit Rauchvergiftung. Ursprünglich hatten die Helfer von 25 Verletzten gesprochen. Zudem hieß es, dass Weltkriegsmunition in der Wohnung des 78-Jähigen gefunden worden sei. Dies konnte Polizeisprecher Frank Götze jedoch noch nicht bestätigen. Es liege hierzu noch kein abschließendes Ergebnis vor, da noch nicht feststehe, ob die Wohnung begehbar sei. Experten des LKA untersuchen die Unglücksstelle. Laut Götze sei noch heute mit einem Zwischenergebnis zur Ursache der Explosion zu rechnen. 

Kinder aus Blankenburger Kita in Sicherheit gebracht

Bagger vor explodiertem Haus
Immobilienmakler Marco Thieme hat dieses Foto kurz nach der Explosion gemacht. Es zeigt einen Bagger und eine Baustelle vor dem Platten-Neubau.
© Marco Thieme

Unklar ist auch, wann die Bewohner zurück in das Haus können. Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks untersuchen die Statik des Gebäudes. Der Einsatz soll mindestens bis in die Abendstunden dauern. Bewohner des Mehrfamilienhauses seien bei Angehörigen untergebracht, eine Familie müsse zudem in eine Notunterkunft. Für die Betroffenen wurde ein Notfalltelefon eingerichtet.

Bei dem explodierten Haus handelt es sich um einen Plattenbau. Eine angrenzende Kita ("Am Regenstein") wurde evakuiert. Die 100 Kinder wurden von ihren Eltern abgeholt. Eine Angestellte einer Lotto-Annahmestelle in der Nähe sagt zu RTL, dass sie einen "Rumms" gehört habe, es sei ihr aber nicht in den Sinn gekommen wäre, dass es sich dabei um eine Explosion hätte handeln können.

In diesem Mehrfamilienhaus in Blankenburg kam es zur Explosion

Frontansicht des explodierten Hauses
Frontansicht des Hauses, in dem die Explosion stattfand
© Polizei Magdeburg

Die Feuerwehr Blankenburg vor Ort im Einsatz

Feuer schlagen aus einer Wohnung
Feuer schlagen aus einer Wohnung
© Freiwillige Feuerwehr Blankenburg
Die Freiwillige Feuerwehr hilft vor Ort
Die Freiwillige Feuerwehr hilft vor Ort
© Freiwillige Feuerwehr Blankenburg
Rauch strömt aus einer Wohnung
Rauch strömt aus einer Wohnung
© Freiwillige Feuerwehr Blankenburg