Journalist: "Rumms war so laut wie zuletzt Anschläge in 90ern"

Madrid: Heftige Explosion erschüttert Innenstadt - mindestens 3 Tote

20. Januar 2021 - 17:39 Uhr

Löste ein Gasleck die Explosion aus?

Im Zentrum Madrids hat eine Explosion ereignet, die Augenzeugen als "sehr heftig" beschreiben. Rauch stieg über der spanischen Hauptstadt auf. Die Feuerwehr und der Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida sprachen von zwei Todesopfern. Wenig später wurde ein dritter Toter gefunden. Es wird vermutet, dass die Ursache ein Gasleck gewesen sein könnte. "Alles deutet darauf hin", sagte der Bürgermeister.

Eine Frau und ein Mann sollen bei der Explosion ums Leben gekommen sein

Man habe bereits die Leichen einer 85 Jahre alten Frau und eines noch nicht identifizierten Mannes geborgen, berichteten der spanische Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf Sprecher des Innenministeriums und der Feuerwehr. Mindestens acht Menschen seien verletzt worden, darunter sei auch ein Schwerverletzter. Wie TV-Bilder zeigten, stürzte die Fassade des sechsstöckigen Gebäudes mit der Hausnummer 98 der Straße Calle de Toledo - etwa 700 Meter südlich der Plaza Mayor - nahezu völlig ein.

Journalist: "Rumms war so laut wie zuletzt bei Anschlägen in den Neunzigern"

Journalist Reiner Wandler lebt in Madrid, nahe des Explosionsorts: "Der Rumms war so laut, wie ich das seit den Neunzigern bei den Anschlägen der ETA nicht mehr gehört habe", berichtet auch er auf RTL-Anfrage. Die Terrororganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA) ist für zahlreiche Sprengstoffanschläge in der spanischen Hauptstadt verantwortlich.

Wandler wohnt nur rund 300 Meter von der Unglücksstelle entfernt. Neun Löschzüge der Feuerwehr und elf Ambulanzen seien vor Ort, berichtet er. Die Straße sei weiträumig abgesperrt. Überall würden Trümmer und Schutt herumliegen, berichtet der Journalist von seinen Eindrücken.

Deutscher Journalist: Pfarrer wohnen in betroffenem Gebäude

Laut dem deutschsprachigen Journalisten, der seit 1992 in Madrid lebt, ist ein Gebäude von der Explosion betroffen, das dem Bistum Madrid gehöre. Die drei obersten Stockwerke seien stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Wandlers Informationen zufolge sollen dort Pfarrer wohnen. Ein Kirchenvertreter erklärte, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter werde vermisst.

In direkter Nachbarschaft befinden sich dem Journalisten zufolge, eine Privatschule und ein Altersheim. Beide Einrichtungen wurden geräumt, genau wie das Hotel gegenüber der Unglücksstelle. Die Bewohner wurden laut dem Journalisten in den umliegenden Bars und Restaurants untergebracht.