Experten warnen vor City-Killer-Asteroiden: Meteoritengefahr für Großstädte

Experten warnen vor sogenannten City-Killer Asteroiden.
Experten warnen vor sogenannten City-Killer Asteroiden.
© dpa, Nasa Science

24. April 2014 - 12:04 Uhr

Unbemerkte Explosionen

Die Erde ist in den letzten 14 Jahren von mindestens 26 großen Asteroiden getroffen worden. Die kosmischen Bomben hätten eine Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT gehabt und damit im Atombomben-Bereich gelegen. Das berichtet die private Stiftung B612.

Der größte bekannte Meteor seit über 100 Jahren ging 2013 über der russischen Stadt Tscheljabinsk nieder. Er habe eine Sprengkraft wie 600 Kilotonnen des Sprengstoffs TNT gehabt - 40 Mal mehr als die Hiroshima-Bombe (eine Kilotonne entspricht 1.000 Tonnen). Die Vereinten Nationen hatten daraufhin die Einrichtung einer internationalen Asteroiden-Warngruppe beschlossen.

"Da wir nicht wissen, wo und wann der nächste große Einschlag passieren wird, ist das einzige, was eine Katastrophe durch einen 'City-Killer'-Asteroiden verhindert hat, pures Glück", betonte der amerikanische Astronaut und Mitgründer der Stiftung Ed Lu in einer Mitteilung.

"Während die meisten großen Asteroiden, die ein ganzes Land oder einen gesamten Kontinent zerstören können, entdeckt sind, haben alle existierenden Observatorien im Weltraum oder auf dem Erdboden weniger als 10.000 der mehr als eine Million gefährlichen Asteroiden gefunden, die eine Metropole zerstören können", so Lu. Um auch diese gefährlichen Geschosse zu entdecken, will die Stiftung Geld für ein Infrarot-Teleskop sammeln. Es könnte 'City-Killer-Asteroiden' Jahre im Voraus erspähen, so dass Zeit für Abwehrmaßnahmen bleibt.

"Kleiner Schubser, um sie auf einen ungefährlichen Kurs zu lenken"

Das Weltraumteleskop namens 'Sentinel' (Wache) soll 2018 ins All geschossen werden und bereits im ersten Jahr mehr als 200.000 Asteroiden aufspüren. Dazu soll es nach der Wärmesignatur der Asteroiden spähen, die leichter zu entdecken sei als das nur schwach reflektierte Sonnenlicht von den meist sehr dunklen Himmelskörpern.

"Wenn wir Asteroiden, die eine Stadt auslöschen können, früh genug entdecken, ist nicht viel nötig, nur ein kleiner Schubser, um sie auf einen ungefährlichen Kurs zu lenken", betonte 'Apollo 8'-Veteran Bill Anders auf einer Pressekonferenz. "Die Erde ist in der Vergangenheit wiederholt von Asteroiden getroffen worden, was das Leben auf dem Planeten verändert hat", ergänzte Astronautenkollege Tom Jones. "Heute haben wir die Technologie, dies zu verhindern."

In den vergangenen zwölf Jahren habe es Treffer mit mehr als 20 Kilotonnen Sprengkraft in Indonesien, dem Südpolarmeer, dem Mittelmeer und in Russland gegeben. Die Stiftung, die nach dem Heimat-Asteroiden der Romanfigur 'Der kleine Prinz' von Antoine de Saint-Exupéry benannt ist, bezieht sich dabei auf Messungen des Atomteststopp-Überwachungsnetzwerks.