Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs

"Wir hätten den harten Lockdown schon vor einigen Wochen gebraucht"

12. April 2021 - 15:47 Uhr

Bundeseinheitlicher Lockdown ist die letzte Hoffnung

Kommt jetzt ein härterer Lockdown oder gar eine strikte Ausgangsperren oder wird es weiter Modellprojekte und Öffnungsschritte in den Ländern geben? Was jetzt zu tun ist, um die dritte Welle zu brechen und die Infektionszahlen zu senken, darüber spricht RTL-Reporterin Doro Steitz mit dem Epidemiologen Prof. Timo Ulrichs.

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Corona-Regeln, Tests und Impfung: Wir müssen die vorhandenen Waffen schärfen

"Wir hätten den harten Lockdown schon vor einigen Wochen gebraucht", meint der Epidemiologe Prof Timo Ulrichs. Wir sind zu spät dran damit. "Das sind alles Zeitverzüge, wo das Virus sich freut, weil es sich jetzt, unter diesen gegebenen Bedingungen, immer noch weiter ausbreiten kann. Und das alles können wir jetzt zurzeit gar nicht gebrauchen." So werde es immer schlimmer auch für die Bereiche, die wir eigentlich schützen wollen wie Kitas und Schulen. Und deshalb fordert Ulrichs jetzt auch die umstrittenen Ausgangssperren. "Länder, die Ausgangssperren zeitweise eingerichtet haben, sind damit eigentlich ganz gut gefahren," so Ulrichs.

Auch Großbritannien ist von einer Herdenimmunität noch ein Stück entfernt

Dass Großbritannien schon jetzt die Herdenimmunität erreicht habe, glaubt der Epidemiologe trotz anderslautender Meldungen nicht. Man könne nicht einfach Genese und Geimpfte zusammen zählen und jetzt schon voreilige Schlüsse ziehen. "Und das bedeutet, dass man da noch mehr Menschen geimpft haben muss, um auf diese Herdenimmunität zu kommen. Das heißt, Richtung 80-85 Prozent . Davon ist Großbritannien noch ein bisschen entfernt," so Timo Ulrichs. Er warnt: "Wenn man dort jetzt öffnet, riskiert man, dass da die Zahlen nochmal stark ansteigen."

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