Experiment zeigt, wo Sie sich trotz Lüften anstecken könnten

Wo die Corona-Gefahr im Raum am größten ist

Die Räume in Schulen müssen regelmäßig gelüftet werden.
© dpa, Christoph Schmidt, cdt wst

25. Oktober 2020 - 16:40 Uhr

Immer mehr Menschen kehren in Innenräume zurück

Der Winter steht vor der Tür und es wird kalt. Das beduetet für viele Schüler und Schülerinnen: Bibbern vor Kälte, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen? Der Deutsche Philologenverband hält das Lüften von Klassenzimmern auch im Herbst und Winter für das "A und O". Nicht nur in Klassenzimmern, auch in Räumen von Universitäten oder anderen Zimmern, wo mehrere Leute zusammenkommen, ist ein regelmäßiger Luftaustausch wichtig. Eine Studie der amerikanischen Clarkson Universität hat nun ein Experiment durchgeführt, um zu schauen, wer in Innenräumen am gefährdetsten ist, sich mit Corona anzustecken. Denn, das Risiko ist nicht bei allen gleich hoch.

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Eine gute Belüftung verringert das Risiko

Es dauert nicht lange, bis in der Luft befindliche Coronavirus-Partikel ihren Weg durch einen Raum finden. Anfangs sind nur Personen, die in der Nähe eines Infizierten sitzen, einem hohen Risiko ausgesetzt, aber im Verlauf des Meetings oder der Unterrichtsstunde können sich die winzigen Aerosole ausbreiten. Der Ingenieur Prof. Suresh Dhaniyala meint, dass die Höhe des Risikos aber stark von der Belüftung abhängt.

Wie sich das Coronavirus an einem Tisch mit vier Personen ausbreitet, haben japanische Forscher hier simuliert. 

Wissenschaftler führten Experiment in Klassenzimmer durch

In einem Experiment injizierten die Wissenschaftler Aerosolpartikel, deren Größe denen von Menschen ähnelt, in ein Klassenzimmer und überwachten sie dann mit Sensoren. Innerhalb von 15 Minuten konnten sich die Partikel bis in den hinteren Teil des Raums verbreiten. Aufgrund der aktiven Belüftung betrugen die Konzentrationen im hinteren Bereich aber etwa nur ein Zehntel der Konzentrationen in der Nähe der Quelle im vorderen Teil des Raums. Dies deutet darauf hin, dass bei angemessener Belüftung das höchste Risiko für COVID-19 auf eine kleine Anzahl von Personen in der Nähe des Infizierten beschränkt sein könnte. Mit zunehmender Zeit erstreckt sich das Risiko jedoch auf den gesamten Raum, auch wenn die Belüftung gut ist, so die Wissenschaftler.

Teile des Raums vermeiden

Da die Ecken eines Raums wahrscheinlich einen geringeren Luftaustausch haben, können Partikel dort länger verweilen. Auch wer in der Nähe einer Luftaustrittsöffnung, wie z.B. einem Fenster sitzt, könnte mit Partikeln aus der Luft aus dem Rest des Raums überflutet werden, meint Prof. Suresh Dhaniyala.

Etwa 95 Prozent der Partikel im Raum werden in 30 Minuten durch ein ordnungsgemäß funktionierendes Belüftungssystem entfernt. Eine infizierte Person im Raum bedeutet jedoch, dass diese Partikel aber kontinuierlich wieder freigesetzt werden. Das Tempo der Partikelentfernung kann durch Erhöhen der Luftaustauschrate oder Hinzufügen anderer technischer Steuerungen wie Filtrationseinheiten beschleunigt werden, so die Wissenschaftler.

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