Deko, Wasserkocher oder die Bibel?

Expedia-Umfrage entlarvt: Was deutsche Urlauber am liebsten aus Hotels mitgehen lassen

Hotelzimmer
78 Prozent der deutschen Urlauber lassen gerne mal ein Souvenir aus dem Hotel mitgehen.
deutsche presse agentur

Rein rechtlich nicht unbedingt erlaubt und doch gängige Praxis unter Hotelgästen, wie das Online-Reisebüro Expedia herausgefunden hat: Eine Umfrage ergab nämlich, dass 78 Prozent der Reisenden aus Deutschland gerne mal ein kleines Souvenir aus dem Hotel mitgehen lassen. Doch was wird am häufigsten geklaut? Und ist das Mopsen aus dem Hotelzimmer eigentlich erlaubt?

Die Deutschen: Genügsame Hotel-Diebe?

Weltweit lassen 81 Prozent der Hotelgäste gerne mal eine Kleinigkeit aus dem Hotelzimmer mitgehen. Das ergibt eine Umfrage von Expedia, im Rahmen derer neben Reisenden aus Nord- und Südamerika auch Urlauber aus Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum befragt wurden. Mit rund 78 Prozent liegen die Deutschen sogar unter dem weltweiten Schnitt. Und auch was die Souvernirs an sich angeht, scheinen die Deutschen eher von der genügsamen Sorte zu sein. Denn: Höherwertige Dinge sind laut Expedia-Umfrage bei anderen Nationen um einiges beliebter.

So wandert bei 20 Prozent der französischen Reisenden mitunter der flauschige Hotelbademantel ins eigene Gepäck, während nur 14 Prozent der Deutschen diesen als Souvenir mitgehen lassen. Auch in Bezug auf Deko, Tagesdecken und Wasserkocher scheint bei Deutschen mit vier, drei und zwei Prozent kein Bedarf zu bestehen, während diese Mitbringsel in den USA für große Begeisterung zu führen scheinen – 19 Prozent greifen hier zur Tagesdecke, 18 Prozent zu Dekoartikeln und 17 Prozent zum Wasserkocher.

Top 5: Hier greifen deutsche Urlauber zu

Während höherwertige Artikel bei deutschen Urlaubern nicht unbedingt ins Beuteschema zu fallen scheinen, sind kleinere Souvenirs umso beliebter. So greifen 56 Prozent zu Körperpflegeprodukten in Reisegröße. Bei 29 Prozent wandern Notizblöcke und Kugelschreiber in die eigene Tasche. Auf Platz drei befinden sich mit 23 Prozent Snacks. Badeschlappen werden von 18 Prozent gerne mal mit nach Hause genommen, während Tee und Kaffee bei 17 Prozent ein beliebtes Hotel-Souvenir darstellen. Wie Expedia herausgefunden hat, nehmen rund sechs Prozent der Deutschen auch gleich das passende Trinkgefäß für ihr Heißgetränk – nämlich Tassen – mit.

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Geschenk oder Diebstahl? Das sagt der Anwalt

Doch wie sieht das eigentlich rechtlich aus? Sind die Dinge, die einem das Hotel zur Verfügung stellt, dafür vorgesehen, von Gästen mitgenommen zu werden? Oder begehen Hotelgäste, die sich im Hotelzimmer bedienen, Diebstahl?

Das kommt ganz darauf an, was man aus dem Hotel entwendet, weiß Rechtsanwalt Arndt Kempgens: „Man darf Sachen mitnehmen, bei denen man davon ausgehen würde, dass das Hotel kein großes Interesse daran hat.“ So könne man beispielsweise die Seife, die man im Hotel geöffnet und genutzt hat, bedenkenlos mit nach Hause nehmen. Ähnlich sehe es mit den Einmalschlappen aus, die Gästen in vielen Hotels zur Verfügung gestellt werden. Denn: Hier sei davon auszugehen, dass das Hotel damit einverstanden ist.

Nehme man jedoch Dinge mit, die auch anderen Gästen zur Verfügung gestellt werden sollen, wenn man selber das Hotel wieder verlassen hat, dann befinde man sich im Bereich der Unterschlagung, und damit wiederum mache man sich strafbar. Hierzu zählen beispielsweise Handtücher, Bademäntel oder eben auch der Wasserkocher. (vho)