„Bemerkenswert, was das Rote Kreuz leistet“

Exklusiv: Erster China-Rückkehrer spricht aus deutscher Corona-Quarantäne

Vor der Quarantäne-Kaserne in Germersheim halten Soldaten Wache, damit niemand die Sicherheits-Isolation unterbricht.
© dpa, Boris Roessler, lop

06. Februar 2020 - 5:13 Uhr

Wie geht es den China-Rückkehrern?

Im rheinland-pfälzischen Germersheim liegt die erste Quarantänestation für Betroffene des Coronavirus in Deutschland. Aktuell sind dort die Deutschen untergebracht, die mit einer Bundeswehrmaschine aus dem Krisengebiet in Wuhan geholt wurden. Exklusiv bei RTL spricht jetzt erstmals einer der Betroffenen, wie die Situation in dem abgeriegelten Gebäude aussieht und wie es den dort untergebrachten Betroffenen geht.

Einzelzimmer und Mundschutz sind Pflicht

Die aktuell 122 Menschen wurden auf Einzelzimmer verteilt. "Jeder hat sein eigenes Zimmer und da sollte man auch einfach draufbleiben", erklärt der Betroffene, der anonym bleiben möchte, die Situation. "Man soll jetzt nicht in andere Zimmer reingehen und mit denen rumspielen und knuddeln oder so."

Dennoch seien Gespräche mit anderen China-Rückkehrern möglich, sofern denn die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten würden. "Die Flure sind voneinander getrennt nochmal und man kann halt rausgehen und ums Haus herumtigern, das geht auf jeden Fall auch", berichtet unser Kontakt. Wichtig sei aber, die Distanz zu anderen Bewohnern einzuhalten.

"Aber auf jeden Fall eine Armlänge Abstand halten zu allen anderen", beschreibt der betroffene Deutsche die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort. "Es herrscht auch Mundschutzpflicht und wir sollen auch die ganze Zeit alles desinfizieren, was geht."

Die Situation vor Ort sei mit der in einem Krankenhaus zu vergleichen, beschreibt der Betroffene. Das zeigen auch die Bilder, die vor der Ankunft der Rückkehrer veröffentlicht wurden.  Der Tagesablauf sei klar gegliedert: "Es gibt morgens, mittags und abends Essen", beschreibt der Betroffene mit ruhiger Stimme. "Gegessen wird dann aber auf dem Zimmer alleine, weil das ja nicht mehr mit Maske geht."

A quarantine room is pictured at the Suedpfalz Kaserne in Germersheim, Germany, February 1, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski
So sehen die Einzelzimmer in der Kaserne in Germersheim aus, in denen die China-Rückkehrer untergebracht sind.
© REUTERS, RALPH ORLOWSKI, ROR/THO

„Bemerkenswert was das Rote Kreuz leistet“

Die Betreuung der Betroffenen musste binnen weniger Tage organisiert werden. Das Deutsche Rote Kreuz stemmt diese Mammut-Aufgabe mit der Hilfe von Freiwilligen, die sich rund um die Uhr um die China-Rückkehrer kümmern.

"Die Betreuung ist super. Das Rote Kreuz macht hier einen mega Job. Und dadurch, dass die Leute hier auch alle freiwillig sind, sind die auch alle mega positiv", lobt der Betroffene die Arbeit der Sanitäter. "Das ist wirklich bemerkenswert, was die hier abliefern. Die arbeiten hier richtig viel, kümmern sich hier um uns und das auch noch freiwillig und das ist wirklich aller Ehren wert." Wer zwei ganze Wochen in Isolation verbringen muss, droht einen Lagerkoller zu erleiden. Um das zu vermeiden, ist den Betroffenen der Kontakt zu der Gruppe erlaubt.

Insgesamt 14 Tage sollen die Betroffenen China-Rückkehrer in der Kaserne der Luftwaffe ausharren. Erst dann sei sicher festzustellen, dass sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert haben. Sollten binnen dieser Zeitperiode Corona-Symptome bei einem der Betroffenen festgestellt werden, beginnt die Quarantäne-Periode für alle anderen von vorne.

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