Exklusiv-Bilder: Rakka nach der Befreiung vom IS

20. Dezember 2017 - 14:11 Uhr

Ein langer Weg bis zur Normalität

Leere Straßen, eine überalterte Bevölkerung und das unklare Kräfteverhältnis zwischen syrischer Armee und kurdischen Milizen - wie es in Zukunft mit der ehemaligen IS-Hochburg Rakka weiter geht, ist alles andere als sicher. RTL-Reporter Dirk Emmerich ist nach Syrien gereist, um sich ein Bild von der Situation zu machen und hat mit den Menschen vor Ort über die IS-Herrschaft gesprochen.

Rakka war sechs Jahre lang die inoffizielle Hauptstadt des IS

Zerstörte Straßen in der Innenstadt der syrischen Stadt Rakka.
Ein Großteil der Stadt Rakka liegt heute in Schutt und Asche.
© REUTERS, ERIK DE CASTRO, EDC/MGO

Die Vertreibung der Dschihadisten vom IS aus der syrischen Stadt hatte Symbolcharakter. Kurdische und arabische Kämpfer konnten die Terrormiliz nach monatelangen Gefechten aus der Stadt verdrängen. Die "Syrischen Demokratischen Kräfte" (SDF) werden von einer US-geführten Allianz unterstützt, die kurdische Volksschutzeinheite YPG bildet den größten Teil innerhalb der SDF. Im Oktober hissten YPG-Kämpfer zum Zeichen des Sieges ihre Fahne im Stadion von Rakka.

Die Stadt war 2014 vom IS erobert worden und galt als inoffizielle Hauptstadt des von den Terroristen selbst ausgerufenen "Kalifats". Im Zentrum von Rakka führten IS-Kämpfer regelmäßig öffentliche Hinrichtungen durch. Die humanitäre Situation bei der Befreiung kam einer Katastrophe gleich, tausende Zivilisten wurden bei Luftangriffen getötet. 90 Prozent der Häuser sind heute zerstört. Laut einer 'BBC'-Recherche wurde ein noch größeres Blutbad verhindert, weil SDF- und US-Kräfte den verbleibenden IS-Kämpfern einen sicheren Rückzug gewährten.

Bis aber das Leben in die Straßen von Rakka zurückkehren kann, wird noch viel Zeit vergehen. Kritisch ist dabei vor allem, dass syrische und kurdische Streitkräfte seit der Eroberung kaum mehr miteinander kommunizieren.