Mobbing an Berliner Grundschule

Ex-Schulhelferin packt aus: "Es ist Gewalt, wo man hingeguckt hat"

8. Februar 2019 - 15:46 Uhr

Gewalt und Mobbing gehören zum Alltag

Nach dem Tod einer elfjährigen Grundschülerin in Berlin äußert sich nun auch eine ehemalige Schulhelferin der Hausotter-Grundschule über die schlimme Situation vor Ort. Sie hat bereits an vielen Grund- und Oberschulen in verschienen Bezirken Berlins gearbeitet. Doch so eine Schule wie hier in Reinickendorf habe sie noch nie erlebt: Gewalt und Mobbing gehören nach ihrer Aussage zum Alltag und die Lehrer seien total überfordert. Im Video erzählt die Ex-Mitarbeiterin, wie schlimm die Situation aus ihrer Sicht an der Schule wirklich ist.

Schulkinder vertrauten sich ihr an

Auf der Hausotter-Grundschule sei die Schulhelferin von vielen Lehrern gar nicht ernst genommen worden. Dabei sollte sie als Vertrauensperson dienen, um mit Schülern ins Gespräch zu kommen. Einige der Schüler erzählten ihr sogar, dass sie zu Hause geschlagen werden. Solche Informationen leitete sie an die Lehrer weiter, doch sie fühlte sich nicht ernst genommen.​

Kein Respekt vor Erwachsenen

Die Hausotter-Grundschule befindet sich in Reinickendorf. Einige Kinder kommen aus schwierigen Elternhäusern. Die ehemalige Schulhelferin fordert, dass viel mehr fpr Problemkinder getan werden müsse.

Nach dem Tod einer elfjährigen Schülerin aus dem Berliner Bezirk Reinickendorf sind immer noch viele Fragen offen. Der Berliner Senat will nun den Mobbing-Vorwürfen nachgehen. Die Grundschülerin soll einen Selbstmordversuch unternommen haben und später im Krankenhaus gestorben sein.

Laut "Tagesspiegel" beanstandeten Schulinspekteure bereits vor fünf Jahren "pädagogische und soziale Mängel an der Hausotter-Grundschule". Das soziale Klima an der Schule sei damals deutlich beeinträchtigt gewesen, es habe Fälle von Gewalt und Mobbing gegeben: "Schülerinnen und Schüler berichten von Konflikten untereinander, die zum Teil auf dem Schulhof ausgetragen werden, ohne dass Lehrkräfte in ausreichendem Maße eingreifen", zitiert die Zeitung aus einem Bericht.

Hier gibt es Hilfe in schwierigen Situationen

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Hier finden Sie eine Übersicht über Hilfsangebote.​

Wenn Sie schnell Hilfe brauchen, dann finden Sie unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.