Nach Tod von George Floyd

Kaepernick verteidigt Proteste gegen Polizeigewalt

Das hat ihn seine Karriere gekostet: US-Footballstar Colin Kaepernick kniet vor einem Spiel während der Nationalhymne. Foto: John G Mabanglo/EPA
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29. Mai 2020 - 11:20 Uhr

Ehemaliger Star-Quarterback

Der Skandal um den von Polizisten ermordeten Afroamerikaner George Floyd erzürnt die Welt noch immer. Jetzt meldete sich auch Ex-NFL-Star Colin Kaepernick zu Wort und wütete gegen die Ungerechtigkeit.

Kaepernick findet Protest gerechtfertigt

Kaepernick, der ebenfalls afroamerikanischer Abstammung ist, stellte sich demonstrativ hinter die Menschen, die in den USA gegen Polizeigewalt auf die Straße gehen. Auf Twitter äußerte er sein Verständnis für die massiven Proteste: "Wenn Höflichkeit zum Tod führt, ist Revolte die einzige logische Reaktion. Wir haben das Recht, uns zu wehren! Ruhe in Power George Floyd."

Floyd war am Montagabend in Minneapolis nach einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Aufnahmen zeigen einen Polizisten, der auf dem Nacken des dunkelhäutigen 46-Jährigen kniet. Seinen Hilferuf "Ich kann nicht atmen" ignorierten die Polizisten. Floyd verlor bei dem Vorfall zunächst das Bewusstsein und starb später im Krankenhaus.

Kaepernick ist Symbolfigur

"Die Rufe nach Frieden werden niederprasseln, und wenn sie das tun, werden sie auf taube Ohren stoßen, denn ihre Gewalt hat diesen Widerstand hervorgerufen", schrieb der ehemalige NFL-Star.

Kaepernick hatte bereits 2016 in der NFL gegen Polizeigewalt und Rassismus in Amerika demonstriert. Während der Nationalhymne, die vor jedem Spiel ertönt, kniete sich der heute 32-Jährige hin. Damit entfachte er weltweites Aufsehen und wurde zur Symbolfigur der Proteste. Seit der Freistellung durch die San Francisco 49ers Anfang 2017 fand er keinen Job mehr in der US-Profifootball-Liga.

Video: Heftige Demonstrationen in Minnesota

Vor Kaepernick hatten sich schon zahlreiche US-Sportstars in den sozialen Netzwerken erschüttert geäußert.