Ex-Justizsenator wegen Totschlags angeklagt

13. Mai 2014 - 10:34 Uhr

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Justizsenator Roger Kusch, der einen Sterbehilfeverein leitet, wegen Totschlags angeklagt. Die Behörde wirft Kusch nach einer Mitteilung vor, gemeinsam mit einem Nervenarzt zwei Frauen "in mittelbarer Täterschaft" getötet zu haben. Wann es einen Prozess vor dem Landgericht geben könnte, ist noch offen. Nach Ansicht der Anklagebehörde wollten die beiden Männer einen Präzedenzfall in Deutschland in der Sterbehilfe schaffen.

Kusch ist Vorsitzender des Vereins Sterbehilfe Deutschland. Der Facharzt für Nervenheilkunde sei regelmäßig für den Verein als psychiatrischer Gutachter tätig gewesen, ergänzte die Staatsanwaltschaft. Die Frauen, die im Alter von 81 und 85 Jahren im Juni 2012 dem Verein beigetreten waren, starben im November 2012.