Anschlag in Hanau

Ex-GZSZ-Schauspieler Patrick Dewayne: Der Hanau-Killer war mein Arbeitskollege

25. Februar 2020 - 9:41 Uhr

Schauspieler Patrick Dewayne arbeitete mit Tobias R. in Sparkasse

Die Bluttat von Mittwochabend schockiert. Bei einem Mordanschlag tötete Tobias R. zehn Menschen in Hanau. Der 43-Jährige war gezielt in Shisha-Bars gestürmt, offenbar hatte er es auf Menschen mit Migrationshintergrund abgesehen. Jetzt meldet sich jemand zu Wort, der den eiskalten Killer aus der Vergangenheit kennt. Der Schauspieler und Moderator Patrick Dewayne arbeitete mit R. zusammen bei der Sparkasse. Wie er Tobias R. in Erinnerung hat, erzählt er im Video.

"Das macht mir Angst, ich bin Familienvater"

Am Abend des 19. Februar, an dem Tobias R. den Anschlag verübte, habe er im Internet davon erfahren, erzählte Patrick Dewayne, der unter anderem aus der RTL-Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" bekannt ist. Er selbst sei gerade auf dem Weg zur Berlinale gewesen. Sein Bruder lebe allerdings in Hanau. Deshalb habe er sich schnell Sorgen gemacht und betroffen gefühlt. "Ich habe meinem Bruder sofort eine Whatsapp geschrieben. Und dann hat er Entwarnung gegeben."

Wenig später folgte dann der nächste Schreck: "Ich habe mich gefragt: Woher kenne ich den eigentlich? Dann habe ich festgestellt: Wir waren beide bei der Frankfurter Sparkasse und haben eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht", erinnert sich Patrick Dewayne an Tobias R. Damals seien sie um die 21 Jahre alt gewesen, hätten öfter man Projektarbeiten zusammen machen müssen. Dass er jemanden kenne, der Terror in sein Umfeld bringe, finde er unheimlich, so der Moderator. "Das macht mir Angst, ich bin Familienvater, ich habe drei kleine Kinder."

Täter richtete Blutbad an

In Hanau fielen am späten Abend des 19. Februar an mehreren Orten in der Stadt Schüsse. Die Polizei bestätigte, dass dabei elf Menschen starben. Weitere fünf wurden schwer verletzt. Auch der Täter und dessen Mutter sind unter den Toten.

Die ersten Schüsse fielen in einer Shisha-Bar in der Hanauer Innenstadt. Laut Polizei starben dort drei Menschen. Kurz danach fielen in einer weiteren Shisha-Bar im Stadtteil Kesselstadt die nächsten Schüsse. Auch im benachbarten Kiosk richtete der Täter ein Blutbad an.

Mithilfe des Autokennzeichens, das Zeugen der Polizei durchgegeben hatten, konnte die Polizei die Identität des Schützen feststellen. Das SEK umstellte das Haus des Mannes und stürmte die Wohnung.