Ex-Freund wollte Familie töten

Tamara mit ihrer kleinen Tochter Josephine.

28. August 2010 - 12:18 Uhr

Seit der Jugend befreundet

"Du kannst dir aussuchen, wer zuerst stirbt!" Das sind die Worte, die Tamara K. aus Helmstedt nie wieder vergessen wird. Sie stammen aus dem Mund des Mannes, mit dem sie noch vor wenigen Wochen zusammen war und mit dem sie ein Kind hat.

Dass ihre Jugendliebe sie und ihre Kinder offenbar töten wollte, kann die 23-Jährige bis heute nicht realisieren. Die schrecklichen Bilder spielen sich immer wieder in ihrem Kopf ab. "Die Angst kann man gar nicht beschreiben. Wenn man diesen Menschen gesehen hat, wenn man weiß, wie dieser Mensch gewesen ist und ihn an diesem Abend gesehen hat – da hat man einfach nur Angst."

Chris und Tamara kennen sich schon seit ihrer Teeniezeit. Vor knapp einem Jahr verliebten sich die beiden erneut, Tamara wurde schwanger. Das zwölf Wochen alte Baby Josephine ist ein Wunschkind. Doch der 23-jährige Vater bezweifelt immer wieder, dass die kleine Josephine von ihm ist. Ständig kommt es zu Streit und Tamara trennt sich.

Am 12. August stand ihr Ex-Freund plötzlich auf ihrem Balkon und trat die Tür ein. "Dich Schlampe werde ich als erstes umbringen, hat er gesagt. Dann hat er mich schon am Hals gehabt, mich gewürgt, mit dem Kopf auf mein Sideboard geschlagen und mich dann auf den Fußboden geschmissen und mit der Faust zugehauen."

Die Nachbarin kommt in letzter Sekunde zur Hilfe

Nachbarin und Freundin Franziska hört die Schreie in der Wohnung von Tamara und springt ebenfalls über den Balkon. Als die junge Frau die Wohnung betritt, hat Chris bereits zwei Küchenmesser in der Hand. Nur mit Mühe kann Franziska die beiden anderen drei- und vierjährigen Kinder aus der Wohnung befreien. Tamara rettet sich verletzt über den Balkon. Weitere Nachbarn schaffen es, Chris so lange in Schach zu halten, bis die Polizei eintrifft. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen den Elektriker wegen versuchten Todschlags.

Tamaras Kinder sind seit der Tat traumatisiert. Aber besonders für Baby Josephine wird es irgendwann sehr schwer zu begreifen sein, dass ihr eigener Vater sie und die Mutter umbringen wollte.