Sainz als „Wingman“ für Leclerc?

Ex-F1-Pilot Jenson Button: „Dann täuscht sich Binotto“

Jenson Button interviewt Sebastian Vettel (li.)
Jenson Button interviewt Sebastian Vettel (li.)
© Imago Sportfotodienst

22. Mai 2020 - 12:54 Uhr

Brite war „geschockt“ über Vettel-Aus bei Ferrari

Für Jenson Button war die Trennung zwischen Sebastian Vettel und der Scuderia Ferrari zum Saisonende ein "Schock", genauso überraschte ihn aber auch der Zeitpunkt der Sainz-Verpflichtung bei den Roten. "Es ist schon eine sehr merkwürdige Zeit momentan", sagte der Brite im Gespräch mit Sky Sports UK. Ob Ferrari mit dem Spanier die richtige Wahl getroffen habe, stellt Button dabei in Frage – allerdings nicht aufgrund von dessen Fähigkeiten. Button zweifelt viel mehr daran, ob der Spanier die Idealbesetzung für die Rolle als Nummer zwei hinter Charles Leclerc ist.

Ferrari-Entscheidung: Button verwundert über "ungewöhnlichen" Zeitpunkt

"Wir haben seit Monaten kein F1-Auto auf der Strecke gesehen und Fahrerentscheidungen zu einem Zeitpunkt zu treffen, an dem die Fahrer noch nicht performt haben, ist wirklich ungewöhnlich", so Button, der sich ein solches Vorgehen ohne die Corona-Pause nicht hätte vorstellen können: "Vettel könnte normalerweise zu diesem Zeitpunkt vier oder fünf Siege haben und ich bin sicher, dann wäre die Entscheidung eine ganz andere gewesen. Wenn er rausgeschmissen wurde, wäre das für mich Wahnsinn."

Für den Weltmeister von 2009 ist die Wahl von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, McLaren-Pilot Sainz ab 2021 zu holen, ein Irrtum: "Wenn Binotto Sainz geholt hat, damit er eine gute Nummer zwei ist, die Charles keinen Druck macht, dann täuscht er sich."

"Siegertyp" Sainz könnte die "falsche Person" für die Roten sein

In Buttons Augen hat Sainz ganz andere Stärken. "Carlos ist ein Siegertyp. Er ist wie sein Vater, er will rausgehen und sein Bestes geben. Und er will einen Titel nach Hause bringen", glaubt der Ex-Pilot. Sollte Binotto ihn also nur "für eine gute Atmosphäre im Team" geholt haben, habe er "die falsche Person" gewählt.

"Ich weiß nicht, ob Ferrari nicht mehr den Weg mit zwei Nummer-eins-Fahrern gehen will, aber es ist eine sehr merkwürdige Wahl für mich", betont Button erneut seine Verwunderung: "Und ich bin noch immer geschockt von der Entscheidung, dass Sebastian nicht mehr im roten Auto sitzen wird." Ein Gefühl, das er wohl mit vielen Vettel-Fans teilt.