"Disziplin" ist zurück

Nico Rosberg hat "Meditation wiederentdeckt"

F1 Winter Testing In Barcelona - Day Three
© Getty Images, Bongarts, wt

06. April 2020 - 18:09 Uhr

Formel-1-Weltmeister von 2016 geht in sich

Das Coronavirus stellt nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch die menschliche Psyche auf die Probe. Millionen von Menschen müssen in ihren Häusern bleiben, viele Freizeiteinrichtungen sind geschlossen. Um trotzdem nicht den Kopf zu verlieren, vertraut Nico Rosberg auf eine von ihm fast vergessene Technik – Meditation.

Formel 1 ein "Machosport"

Schon an seinem Formel-1-Titel 2016 habe die Meditation "einen Riesenanteil" gehabt, dann habe er damit aufgehört, weil "die Motivation fehlte", sagte Rosberg der österreichischen Tageszeitung 'Der Standard'. "Jetzt habe ich wieder die Disziplin."

Während seiner Karriere, die der heutige RTL-Experte nach dem Gewinn des WM-Titels überraschend beendet hatte, habe er über das Thema Mentaltraining allerdings nie gesprochen.

"Psychologie ist bei uns ein Tabuthema", so Rosberg. Die Formel 1 sei "ein Machosport, jeder, der sich psychologisch interessiert und Hilfe in Anspruch nimmt, ist tendenziell erst einmal ein Loser."

2016 hatte Potenzial, Rosberg auf ewig "zu vernarben"

Motorsports: FIA Formula One World Championship WM Weltmeisterschaft 2016, Grand Prix of Bahrain, 6 Nico Rosberg (GER, Mercedes AMG Petronas Formula One Team), xHOCHxZWEIxMotorsports FIA Formula One World Championship World Cup World Cup 2016 Grand P
2016 gewann Nico Rosberg die Formel-1-WM mit fünf Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton
© imago/HochZwei, imago sportfotodienst

Er selber habe vor allem im schwierigen und anstrengenden Jahr 2016 seine Vorteile daraus gezogen, "dass ich versucht habe, jedes Detail umzukrempeln. Mit dem Mentaltraining, das kein anderer Fahrer gemacht hat, habe ich sicher ein paar Prozent rausgeholt. Oder den Lack von meinem Helm wegzunehmen, weil das noch einmal 80 Gramm sind – das hat auch kein anderer Fahrer gemacht."

Eine weitere Niederlage im WM-Duell mit seinem damaligen Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton hätte 2016 das "Potenzial gehabt, mich mental für den Rest meines Lebens ein bisschen zu vernarben", sagte Rosberg: "Weil es so groß ist, der Traum ist so stark, es machen so viele Menschen mit, es hat so eine Power. Deswegen war es dann umso schöner."

Dokumentation bei TV NOW

Hier geht es zu Teil II unserer Corona-Doku: "Vom Virus zur globalen Bedrohung."