Ex-Chefermittler muss Maddies Eltern 600.000 Euro zahlen

Maddies Eltern
Die Eltern von Maddie zeigen im Juni 2007 ein Foto ihrer vermissten Tochter.
dpa, A1820 epa anp Suyk

Wegen übler Nachrede

Die Eltern des vor bald acht Jahren in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Maddie bekommen vom ehemaligen Chefermittler wegen übler Nachrede eine Entschädigung von gut 600.000 Euro. Das habe das Zivilgericht in Lissabon im Prozess gegen Gonçalo Amaral entschieden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf die Anwältin der Eltern.

In seinem Buch 'Die Wahrheit über die Lüge' hatte Amaral 2008 behauptet, Madeleine McCann sei tot und die Eltern hätten dies vertuscht. Damit habe er den Eltern Schaden zugefügt, hatte das Gericht bereits vor Wochen befunden. Nun müsse der Ex-Inspektor jedem Elternteil 250.000 Euro sowie seit 2010 aufgelaufene Zinsen in Gesamthöhe von 106.000 Euro überweisen, so die Anwältin. Zudem sei das Verkaufsverbot für das Buch bestätigt worden. Das Buch sei schockierend und eine "Beleidigung der Familie", hatte Vater Gerry vor Gericht ausgesagt.

Die Eltern hatten Amaral wegen übler Nachrede auf 1,2 Millionen Euro verklagt. Amaral war vor der Veröffentlichung des Buches von den Ermittlungen abgezogen worden. Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag bei einem Familienurlaub an der Algarveküste aus einer Luxus-Ferien-Anlage in Praia da Luz spurlos verschwunden. Die portugiesische Justiz stellte die Ermittlungen 2008 zunächst ein, nahm sie im Oktober 2013 aufgrund neuer Indizien aber wieder auf.