News
Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen und Videos

Ex-Azubi bei der Polizei Sachsen packt aus: "Rassismus ist salonfähig"

Ex-Azubi bei Polizei Sachsen: "Rassismus salonfähig"
Ex-Azubi bei Polizei Sachsen: "Rassismus salonfähig" Polizei Sachsen in der Kritik 00:56

Schwere Vorwürfe gegen Polizei Sachsen

"Wir müssen wieder besser schießen lernen, weil so viele Gäste in Deutschland sind". Diese Äußerung soll von einem Schießlehrer bei der sächsischen Polizei stammen, sagt Simon Neumeyer. Der 21-Jährige hatte dort eine Ausbildung begonnen und wegen angeblich salonfähigem Fremdenhass wieder abgebrochen. Im RTL-Interview erhebt er schwere Vorwürfe.

Fremdenfeindliche Äußerungen auch von Vorgesetzten

Simon Neumeyer studiert inzwischen im dritten Semester Immobilienmanagement. Dabei war es eigentlich sein Traum, Polizist zu werden. 2016 begannt er seine Ausbildung bei der Polizei in Sachsen. Schnell bemerkte er, dass dort "mehrfach fremdenfeindliche und rechtsradikale Sprüche" fielen. "Und das nicht nur von Auszubildenden, sondern auch von Vorgesetzten", behauptet er. Schon nach acht Monaten schmeißt er deshalb hin.

Rassismus bei Polizei Sachsen "keine Einzelfälle"

Zwar stellt der 21-Jährige klar, dass er auf keinen Fall alle Kollegen über einen Kamm scheren will. Aber um Einzelfälle soll es sich nicht gehandelt haben. "Es sind so viele gewesen, dass es salonfähig ist und der Rest sagt eben nichts dazu", erzählt er in unserem Interview. Als Beweis veröffentlichte er Screenshots aus einer WhatsApp-Gruppe von Auszubildenden der Polizei Sachsen auf seinem Instagram-Account. Welche Äußerungen dort getroffen wurden und was er sonst noch bei der Polizei erlebte, sehen Sie im Video.

Polizei Sachsen bestreitet Anschuldigungen

Polizei Sachsen Uniform
Die Polizei Sachsen weist die Vorwürfe, Rassismus in ihren Reihen zu tolerieren, entschieden zurück. © imago/Christian Grube, Christian Grube, imago stock&people

Die Polizei Sachsen weist die Vorwürfe des 21-Jährigen deutlich zurück und bestreitet vor allem, dass Rassismus in ihren Reihen toleriert werde. "Die Rolle in unserem Rechtsstaat ist mit rassistischen und extremistischen Bestrebungen oder Gesinnungen nicht vereinbar", sagt ein Sprecher auf Anfrage von RTL. "Allen Hinweisen zu möglichen Verfehlungen in diesem Zusammenhang wird entschlossen und konsequent nachgegangen". 

Von der WhatsApp-Gruppe habe man vor der Veröffentlichung der Screenshots keine Kenntnis gehabt. In der Folge seien die Inhalte aber geprüft worden. "Im Ergebnis dessen wurde gegen einen Polizeischüler ein formelles Disziplinarverfahren eingeleitet", so der Sprecher der sächsischen Polizei. Während seiner Ausbildungszeit soll Simon Neumeyer keinen der von ihm beobachteten Vorfälle gemeldet haben.

Mehr News-Themen