Ab 19:30 Uhr ist Schluss?! Ein süßer (Alb-)Traum!

Eva Imhof: Feierabend vom Mamasein? Geht gar nicht! Oder doch?!

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22. November 2019 - 11:11 Uhr

Von RTL-Moderatorin Eva Imhof

Als Mutter einfach ab 19:30 Uhr die Beine hoch legen und Feierabend machen - geht das wirklich? Die australische Bloggerin und Sechsfachmama Constance Hall behauptet: Ja! Wir haben unsere Moderatorin und Kolumnistin Eva Imhof gefragt, ob sie sich das vorstellen könnte. Und obwohl es für sie einen Moment lang eine Traumvorstellung ist, gibt es doch eines, was sie im Zusammenleben bei ihren Kindern niemals missen möchte.

Jeden Abend pünktlich Feierabend - wie soll das gehen?

Geschafft lasse ich mich gerade auf die Couch fallen und lese bei RTL.de von der Sechsfachmama Constance Hall, die ihren Kindern jeden Abend um 19:30 Uhr erklärt, sie habe jetzt Feierabend. Anschließend sind die drei bis zwölfjährigen Kinder sich selbst überlassen und Mama hat Zeit für sich.

Ernsthaft?! Ich muss schmunzeln, als ich das lese und ertappe mich dabei, wie auch ich mich in den Mama-Feierabend träume. In meinem Traum ist natürlich Sommer, ich habe einen coolen Drink in der Hand, lege die Füße hoch und mache einfach mal NICHTS. Als ich gerade anfangen möchte davon zu träumen, dass ich in meinem Mama-Feierabend sogar eine Freundin in einer Bar treffe, werde ich jäh aus meinem Tagtraum gerissen:

"Das ist meine Hose! Zieh' die sofort aus!" brüllt es aus dem Kinderzimmer. "Aber Du hattest gestern auch MEIN Kleid an", kontert mein anderes Töchterlein. Der Streit artet so aus, dass ich von der Couch aufspringe und erstmal meine siebenjährigen Zwillinge Lilly und Luisa auseinander zerren muss.

"Das klappt ja schon mal super!", denke ich - innerlich lachend. Ich hatte ihnen vorher gesagt, sie sollten doch mal im Kleiderschrank schauen, was sie morgen in die Schule anziehen könnten.

​Bei uns gibt es jeden Abend ein festes Ritual: Wir essen zusammen, dann werden die Zähne geputzt und die Schlafanzüge angezogen und schließlich lesen entweder mein Mann oder ich den beiden noch eine Geschichte zum Einschlafen vor. Früher habe ich um jede Sekunde Zähneputzen gebettelt und das Zubettbringen war jedes Mal ein K(r)ampf - na, wie es eben so ist mit kleinen Zwillingen. Mit mittlerweile sieben Jahren ist es natürlich nicht mehr ganz so heftig.

„Ich wäre manchmal gerne einen Ticken entspannter“

Trotzdem spüre ich gerade einen Funken der Bewunderung für die australische Sechsfachmama, die einfach rigoros jeden Abend Feierabend vom Mamasein macht.

Ich wäre manchmal gerne einen Ticken entspannter. Denn ganz ehrlich - wir Mamas wollen ja alle grundsätzlich immer das Beste für unser(e) Kind(er) - dabei vergessen wir vielleicht ab und zu, dass wir eben nicht nur Mamas sind, sondern eben auch Frauen. Einfach mal Dinge passieren lassen?! Fällt mir schwer! Meistens hetze ich zwischen Job- und Familylife hin und her und vergesse dabei, dass auch ich mal ein bisschen Entspannung gebrauchen könnte.

Und ich bin mir sicher: Angenommen, wir Mamas würden mal so ein "Feierabend-Experiment" machen - meinen Sie, unseren Kindern würde etwas passieren?! Ich glaube, es passiert einfach NICHTS!

Wobei: Sechs Kinder sind natürlich eine krasse Hausnummer! Das kleinste Kind ist gerade mal drei Jahre alt - da frage ich mich natürlich schon, ob das so funktionieren kann?! Sehr wahrscheinlich schlüpft in diesem Fall das älteste, zwölfjährige Kind in die Rolle der Mama und kümmert sich um das Kleinste.

Eva Imhof möchte keine ihrer „Mama-Sternstunden“ missen

Und während ich so darüber nachdenke, wird mir plötzlich eines ganz klar: Nein, ich will gar keinen Feierabend vom Mamasein haben! So genervt und müde ich abends beim Zubettbringen bin, so sehr liebe ich es, wenn wir uns zusammen kuscheln und gegenseitig sagen, wie lieb wir uns haben. Gerade eben, als meine eine Tochter schon friedlich eingeschlafen ist und ich mein anderes Töchterchen mit meiner ganzen Liebe anschaue, durfte ich wieder eine "Mama-Sternstunde" erleben: Die mittlerweile schon ganz schön große Zaubermaus schnappt sich meine Hand und sagt: "Mama, Du bist die Beste! Ich liebe Dich bis zum Mond und wieder zurück!"

Dennoch habe ich durch diese verrückte, australische Geschichte etwas gelernt: Ich werde meine Kinder zu ein bisschen mehr Selbstständigkeit erziehen. Wir haben direkt damit angefangen, dass sie mir beim Wäscheaufhängen und Spülmaschine ausräumen geholfen haben. Und wissen Sie was?! Die beiden hatten sogar richtig viel Spaß dabei!

Beim nächsten Mal lasse ich sie das allein machen - dann kann ich vielleicht sogar mal die Beine auf der Couch hochlegen - für mindestens fünf Minuten! ;-)

Alles Liebe, Ihre Eva Imhof