27. Mai 2019 - 5:20 Uhr

Dramatischer Absturz bei Europawahl für Union und SPD

CDU/CSU und die SPD verlieren Millionen Wähler. Historisch schlecht schnitten die Volksparteien bei der Europawahl ab. Die Union bleibt zwar mit 28,7 Prozent stärkste Kraft, verliert aber deutlich. Klarer Gewinner der Europawahl sind die Grünen, die erstmals bei einer bundesweiten Wahl zweitstärkste Kraft werden. Jubel auf der Grünen-Wahlparty, Tristesse hingegen bei der SPD. Die Sozialdemokraten fallen auf 15,6 Prozent. Das Thema Klimaschutz steht bei der ersten Ursachenforschung ganz vorne. Über den Tag zeichnete sich eine höhere Wahlbeteiligung als bei der letzten Europawahl 2014 ab. Am Ende lag sie laut Hochrechnung bei 61,3 Prozent, mehr als 13 Prozent höher als noch 2014.

Im Video: Stillste Wahlparty, die RTL-Reporter Lothar Keller je erlebt hat

Die Grünen verdoppeln mit 20,7 Prozent ihr EU-Ergebnis (10,7; Bundestag: 8,9). Die AfD bleibt mit 10,8 Prozent etwas unter den Erwartungen (7,1; Bundestag: 12,6). Die FDP fällt mit 5,4 Prozent weit hinter ihr Bundestagsergebnis (3,4; Bundestag: 10,7). Die Linke schwächelt: 5,4 Prozent (7,4; Bundestag: 9,2).

Unter den kleineren Parteien schnitt die Satire-Partei Die Partei mit 2,4 Prozent am stärksten ab. Die Freien Wähler kommen auf 2,1 Prozent, die Tierschutzpartei auf 1,5 Prozent. Es folgen ödp (ein Prozent), Familienpartei (0,8 Prozent), Volt (0,8 Prozent) und Piratenpartei (0,7 Prozent). Auf die weiteren Parteien verteilen sich laut Hochrechnung 4,4 Prozent der Wählerstimmen.

Grüne sind stärkste Kraft bei Wählern unter 60

Europawahl: Ergebnis für Deutschland laut Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen
Hochrechnung zur Europawahl der Forschungsgruppe Wahlen von 23:31 Uhr
© RTL

Eine große Rolle hat offensichtlich das Thema Klimaschutz gespielt: Die Grünen gewinnen von SPD und Union jeweils mehr als eine Million Wähler: laut Infratest-dimap-Analyse 1,29 Millionen von der SPD und 1,11 Millionen von der Union. Bei Wählern unter 60 und in den Metropolen werden sie stärkste Kraft.

In jenen Ost-Ländern dagegen, in denen im Herbst gewählt wird, spielen sie nur eine untergeordnete Rolle: In Sachsen und Brandenburg ist die AfD stärkste Partei, in Thüringen zweitstärkste.

Zum Nachlesen: Der Live-Ticker zur Europawahl