Europäer wählen ein neues Parlament

Europawahl 2019: Höhere Wahlbeteiligung bis zum Mittag

26. Mai 2019 - 16:34 Uhr

Wahllokale in Deutschland haben bis 18 Uhr geöffnet

Die Niederländer und Iren haben ihr Kreuzchen schon gemacht – heute wird auch in Deutschland und 20 anderen EU-Ländern das neue Europaparlament gewählt. Momentan sieht es in Deutschland und auch in anderen EU-Ländern so aus, als gingen deutlich mehr Menschen wählen als noch bei der letzten Europawahl 2014. Die knapp 65 Millionen Wahlberechtigten in der Bundesrepublik haben noch bis 18 Uhr Zeit, ihre Stimme abzugeben. Europaweit sind 400 Millionen Menschen dazu aufgerufen, die Abgeordneten in Brüssel neu zu bestimmen. Im Video erklärt RTL-Reporter Carsten Mierke, worum es bei der Wahl geht.

Bis zum Mittag gingen mehr Menschen wählen als 2014

In Deutschland gaben nach Angaben des Bundeswahlleiters bis 14.00 Uhr 29,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Briefwahlstimmen waren dabei nicht berücksichtigt. Bei der Europawahl 2014 lag die Wahlbeteiligung zum selben Zeitpunkt bei 25,6 Prozent, am Ende betrug sie 48,1 Prozent.

In Bremen, wo heute neben dem Europaparlament auch der Landtag neu gewählt wird, gehen ebenfalls mehr Menschen ins Wahllokal. Um 12 Uhr lag hier die Wahlbeteiligung zur Bürgerschaftswahl bei 20,2 Prozent - vor vier Jahren waren es zu dieser Zeit nur 14,2 Prozent.

Höhere Beteiligung auch in anderen EU-Ländern

Die Europawahl kommt auch in den anderen EU-Ländern gut an: Bis 14:00 waren beispielsweise in Spanien schon 34,63 Prozent der 37 Millionen Wahlberechtigten zur Urne gegangen. Zum selben Zeitpunkt waren es 2014 ganze 11 Prozent weniger - 23,87 Prozent.

In Polen gingen bis 12:00 Uhr mit 14,39 Prozent sogar doppelt so viele Wähler ihre Stimme abgeben wie noch 2014 - damals waren es zur selben Zeit nur 7,31 Prozent. Auch in Frankreich und Dänemark wird eine höhere Wahlbeteilung vermeldet als 2014.

Für Deutschland geht es um 96 Sitze im EU-Parlament

Ab 19:30 Uhr sollen erste Prognosen zur Sitzverteilung im EU-Parlament veröffentlicht werden. Die letzten Wahllokale schließen um 23 Uhr in Italien. In Deutschland kämpfen die Parteien um 96 Sitze. Union und SPD müssen fürchten, dass sie auf ihre jeweils historisch schlechtesten Ergebnisse fallen. Die Grünen könnten nach Umfragen zweitstärkste Kraft werden, erstmals überhaupt bei einer bundesweiten Wahl. Die Alternative für Deutschland liegt derzeit bei zwölf Prozent in den Umfrageergebnissen.

Was RTL-Korrespondentin Heike Boese von den Spitzenkandidaten hält, erklärt sie hier.

Rechtspopulisten könnten bei der Europawahl profitieren

Doch auch das Rechtspopulistische Lager kann auf ein gutes Wahlergebnis hoffen. In Italien dürfte die rechtspopulistische Lega von Innenminister Matteo Salvini stärkste Partei werden. Dies könnten auch die Partei der Nationalistin Marine Le Pen in Frankreich sowie die Brexit-Partei in Großbritannien schaffen. Die Briten wählen trotz des angekündigten Brexits noch einmal mit, weil der Austritt aus der EU nicht rechtzeitig stattfand.

Gewählt wird an diesem Sonntag neben Deutschland auch noch in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowenien, Spanien, Ungarn und Zypern.

Was Peter Kloeppel, Ulrike von der Groeben und die anderen RTL-Nachrichtenmoderatoren an Europa gut finden, erzählen sie hier.