2018 M09 19 - 23:12 Uhr

Rechte von Schwangeren und Stillenden am Arbeitsplatz werden weiter gestärkt

Es ist eine gute Nachricht für alle schwangeren oder stillenden Frauen! Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, die Rechte für Schwangere und Stillende im Bezug auf Nachtarbeit weiter zu stärken. Das bedeutet: Auch, wenn man nur manchmal nachts arbeiten soll, beispielsweise im Schichtdienst, kann man sich dagegen wehren.

Auch stillende Frauen, die nur manchmal nachts arbeiten, dürfen sich von der Nachtarbeit befreien lassen

Eine Spanierin hatte geklagt, weil sie während ihrer Stillzeit nachts arbeiten sollte. Sie ist als Wachdienst in einem Einkaufszentrum angestellt - und sollte auch nachts zum Dienst antreten. Aber eben nur manchmal, weshalb ihr Arbeitgeber sie nicht von der Arbeit befreien wollte. Das Gericht in Galicien, bei dem die Klage einging, gab sie an den Europäischen Gerichtshof weiter.

Der entschied: Auch, wenn man nur teilweise in Nachtschichten arbeit, gilt man als "Nachtarbeiter" - und damit hat man dieselben Rechte wie in Vollzeit nachts angestellte stillende oder schwangere Frauen. Das EU-Recht verbietet nämlich, diese Frauen zu Nachtarbeit zu verpflichten, wenn sie ein ärztliches Attest vorlegen. Wie lange Frauen ihr Kind stillen, ist ihnen selbst überlassen.

In Deutschland ist Nachtarbeit für stillende und schwangere Frauen generell verboten

In Deutschland unterliegen Schwangere und stillende Mütter dem Mutterschutz. Der beinhaltet auch die Regelung zur Arbeitszeit. Mehrarbeit, die Arbeit in der Nacht im Zeitraum von 20:00 bis 06:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ist generell verboten - egal, ob Vollzeit oder nur Teilzeit. Es sei denn, die Mutter möchte auf ausdrücklichen Wunsch arbeiten - dann ist auch eine Arbeit bis 22:00 Uhr rechtlich möglich, solange aus medizinischen Gründen nichts dagegen spricht.

Auch, wenn bei uns Schwangere und stillende Mütter gesetzlich besonders geschützt sind: Das Stillen wird noch lange nicht überall akzeptiert. Erst kürzlich wurde eine Abgeordnete aus dem Thüringer Landtag geworfen, weil sie ihr Kind mit eine Sitzung nahm. Um dem Stillen in der Öffentlichkeit zu mehr Akzeptanz zu verhelfen, gibt es regelmäßig Frauen, die mit witzigen und kuriosen Aktionen auf das Problem aufmerksam machen wollen.