So läuft die Saison für die Blues

Europa-League-Halbfinale: Das müssen Sie über Frankfurt-Gegner Chelsea wissen

© REUTERS, DAVID KLEIN, saw

20. April 2019 - 11:25 Uhr

Von Jonas Klee

Die Eintracht darf weiterträumen! Die große Europa-Show der Frankfurter will einfach kein Ende nehmen. Nach dem märchenhaften 2:0-Erfolg über Benfica Lissabon und dem damit verbundenen Einzug ins Halbfinale der Europa League trifft die SGE im Halbfinale auf das englische Top-Team Chelsea London. Was erwartet das Team von Trainer Adi Hütter gegen die Blues?

Im Halbfinale wartet Chelsea

Am 2. Mai kommt es in der Frankfurter Commerzbank-Arena zum nächsten Showdown – dieses Mal gegen den FC Chelsea. Das will sich offenbar kein SGE-Anhänger entgehen lassen. Schon jetzt ist die Partie ausverkauft – 48.000 Tickets sind weg! Die Vorfreude auf die Duelle mit den Londonern ist riesig. Zu Recht. Denn es wartet der bislang wohl härteste Brocken auf die Hessen. Kann die Eintracht auch Hazard & Co. ein Bein stellen?

Das britische Schwergewicht

Kapitän David Abraham bezeichnete die Blues als "Champions-League-Mannschaft". Und damit hat der Argentinier durchaus Recht. In den vergangenen Jahren war Chelsea ein Dauergast in der Königsklasse. Die Krönung? Der Gewinn des Henkelpotts in der Saison 2011/12, als die Engländer die Bayern im "Finale dahoam" in die Knie zwangen. 2016 verpassten die Londoner die Champions League, feierten dafür aber die englische Meisterschaft. In der Folge-Saison erreichte das mit Superstars gespickte Team jedoch nur Platz fünf – und musste in der aktuellen Spielzeit in der Europa League antreten. Mit Erfolg. Zumindest bis jetzt.

Eine durchwachsene Saison

Denn obwohl die Londoner eine absolute Top-Mannschaft sind, spielt das Team von Coach Maurizio Sarri eine Saison mit Höhen und Tiefen. Nach starkem Saisonstart liegt Chelsea aktuell nur noch auf Rang fünf – und das, obwohl sie ein Spiel mehr absolviert haben als die direkte Konkurrenz. Die Blues drohen in der kommenden Saison erneut die Champions League zu verpassen. Es sei denn sie gewinnen den Europa-League-Titel - und schalten zunächst die Eintracht aus.

Doch bei den Engländern ist mächtig Sand im Getriebe. Trainer Sarri ist längst nicht mehr unumstritten. Vor allem die 0:6-Klatsche gegen Manchester City im Februar hat das Image des Italieners schwer beschädigt. Auch der Eklat um Keeper Kepa, der im Finale des Ligapokals seine Auswechslung verweigerte, hat nicht unbedingt für positive Schlagzeilen gesorgt. Und zu allem Überfluss steht Superstar Eden Hazard, der nach eigenen Angaben derzeit die beste Saison seines Lebens spielt und dessen Vertrag in der kommenden Saison ausläuft, offenbar vor dem Absprung. Angeblich ist sich der Belgier bereits mit Real Madrid über einen Wechsel einig. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz präsentierte sich Chelsea in den letzten Wochen deutlich verbessert.

Die Formkurve zeigt nach oben

Es sieht so aus, als hätte Sarris Team noch einmal die Kurve bekommen. Zumindest punktete Chelsea gegen unterlegene Gegner souverän. Aus den letzten zehn Spielen gab es sieben Siege. Auch bei der 0:2-Niederlage gegen Klopps FC Liverpool zeigten die Blues eine ordentliche Leistung. Und in der Europa League sind die Londoner in dieser Saison noch ungeschlagen. Tatsächlich ging Chelsea nur einmal nicht als Sieger vom Platz  - im letzten Gruppenspiel gegen Mol Vidi FC (2:2).

Im Europa-League-Viertelfinale zogen die Blues relativ mühelos in die nächste Runde ein. Durch einen 1:0-Auswärtserfolg gegen Slavia Prag standen die Engländer bereits nach dem Hinspiel mit einem Bein im Halbfinale. Im Rückspiel dauerte er gerade einmal 17 Minuten, bis das Duell endgültig entschieden war. Pedro und Frankreichs Weltmeister Olivier Giroud & Co. überrollten die Tschechen, führten zu Pause mit 4:1. Doch im zweiten Durchgang stellte Sarris Team das Fußballspielen ein und gewann am Ende nur knapp mit 4:3-Erfolg. "Wie immer in den letzten zwei Monaten sind wir schlecht in die zweite Hälfte gestartet, das war in den letzten zehn Spielen schon so", haderte Trainer Maurizio Sarri. "Das ist ein Riesenproblem."

Dennoch: Chelsea gewann saisonübergreifend 14 der letzten 15 Europa-League-Spiele. Zudem gewannen die Blues zum 9. Mal in Folge ein K.o.-Spiel in der Europa League. Nur Atletico Madrid gewann zwischen 2010 und 2012 häufiger.

Frankfurt will ins Finale

Doch nach Olympique Marseille und Lazio Rom in der Gruppenphase sowie Schachtjor Donezk, Inter Mailand und Benfica Lissabon in der K.o.-Runde will die SGE nun den nächsten namhaften Gegner aus dem Weg räumen: "Wenn man sieht, gegen wen wir uns schon alles durchgesetzt haben, dürfen wir an uns glauben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zwei gute Spiele zeigen werden", freut sich Frankfurts Danny da Costa auf die Duelle mit Chelsea. Zumindest eines steht schon jetzt fest: Die Eintracht-Fans werden ihre Mannschaft auch gegen die Blues wieder mit aller Macht nach vorne peitschen. Bislang hat das gut geklappt. Zur Belohnung winkt dieses Mal das Finale in Baku.