20. April 2019 - 11:02 Uhr

Großer Fußballabend in Frankfurt

Gebangt, gehofft, gejubelt und gefeiert: Eintracht Frankfurt hat an einem packenden Fußball-Abend das Halbfinale der Europa League erreicht. Nach dem 2:4 im Hinspiel gegen Benfica Lissabon gewann der letzte deutsche Vertreter vor heimischem Publikum und vielen Millionen RTL-Zuschauern am TV mit 2:0 (1:0) – auch dank Unterstützung des Schiedsrichters.

Im Halbfinale wartet Chelsea

Es war wieder so eine magische Fußball-Nacht, die Frankfurts Europapokal-Helden ins Halbfinale brachte, dem ersten in einem internationalen Wettbewerb seit 39 Jahren. Dort warten am 2. und 9. Mai (jeweils ab 20.15 Uhr, live bei RTL und TVNOW) die Mega-Stars des FC Chelsea um Weltmeister Olivier Giroud.

Frankfurt hat die Kontrolle

Die schwere Hypothek der vier Gegentore aus dem Harakiri-Hinspiel verunsicherte die Frankfurter kein bisschen. Anders als vor einer Woche agierte die Eintracht aus einer über weite Strecken sicher stehenden Abwehr heraus und wartete vorne geduldig auf Chancen für das Traumtrio Jovic, Rebic, Kostic.

Nach acht Minuten wäre das Konzept schon fast aufgegangen. Rebic bediente Kostic im Strafraum. Der Serbe probierte es mit dem Innenrist, aber Lissabons Schwaben-Torwart Odysseas Vlachodimos parierte mühelos, weil Kostic zu wenig Wumms in den Schuss bekam.

Kostic trifft aus Abseitsposition zum 1:0

18.04.2019, xfux, Fußball UEFA Europa League 1/4 Finale, Eintracht Frankfurt - Benfica Lissabon, emspor, v.l. Filip Kostic (Eintracht Frankfurt), Odysseas Vlachodimos (Benfica Lissabon) Goal scored, Tor zum 1:0 (DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE O
Das 1:0: Kostic staubt aus Abseitsposition ab
© imago images / Jan Huebner, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Immer wieder kombinierte sich Frankfurt bis an die Strafraumkante heran, so richtig gefährlich wurde es bis zur 36. Minute aber nicht. Dann zirkelte Mijat Gacinovic den Ball aus 20 Metern halb im Fallen an den linken Pfosten, den Abpraller versenkte Rebic freistehend zum 1:0 – allerdings aus klarer Abseitsposition.

Ein Großteil der Zuschauer sah, dass Rebic im Abseits stand, die Zeitlupen untermauerten: Einen guten Meter stand der Frankfurter zu nah vor dem Tor – aber der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato und sein Assistenten-Gespann blieb stumm. Den Videobeweis gibt es in der Europa League in dieser Saison noch nicht, der Treffer zählte. Und Lissabons Trainer Bruno Lage wurde nach einem Wutausbruch auf die Tribüne geschickt.

Frankfurt hatte danach Oberwasser, drängte auf das zweite Tor: Jovic vergab die beste Chance, weil er beim Abschluss am Fünfmeterraum in Rücklage geriet. Unter dem Raunen der Fans in der pickepackevollen Commerzbank-Arena flog der Ball über die Latte (43.).

Lissabon stürmt an, aber Rode packt den Hammer aus

18.04.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Fußball: Europa League, Eintracht Frankfurt - Benfica Lissabon, K.o.-Runde, Viertelfinale, Rückspiel in der Commerzbank-Arena. Die Frankfurter Fans feiern mit Torwart Kevin Trapp (l) und Sebastian Rode. Foto: Arne
Jubel mit den Fans: Sebastian Rode trifft zum erlösenden 2:0
© dpa, Arne Dedert, ade

Kaum hinsehen mochte man dann zu Beginn der zweiten Halbzeit: Plötzlich hatte Lissabon zwei Riesenchancen auf den Ausgleich. Megatalent Joao Felix (19 Jahre, drei Tore im Hinspiel) passte direkt vor dem Tor quer und traf das Schienbein von Frankfurts Falette. Alle schauten dem Ball hinterher, der ganz knapp am rechten Pfosten vorbeisegelte (47.).

Fünf Minuten später gar die Doppelchance für Benfica: Erst vergab Rafa Silva aus fünf Metern kläglich, dann köpfte der Ex-Frankfurter Haris Seferovic den Ball freistehend in die Arme von Keeper Kevin Trapp (52.).

Dann wachte Frankfurt auf, brachte wieder Kontrolle ins Spiel und entwickelte langsam Zug zum Tor. Erst ließ Jovic die Gelegenheit zum 2:0 liegen (60.), dann kam Kapitän Sebastian Rode und hämmerte den Ball aus 15 Metern unten rechts ins Netz (67.).

Noch einmal den Atem anhalten

Frankfurt stand Kopf, um 22.28 Uhr hatte Frankfurt das 2:4 aus dem Hinspiel wettgemacht und stand dank der Auswärtstorregel im Halbfinale. Das Spiel aber war noch nicht aus.

Eine echte Schlussoffensive von Lissabon gab es nicht, ein Tor aber beinahe trotzdem. In der 85. Minute lenkte Eduardo Salvio den Ball per Volleyschuss an den Pfosten. Wieder durchatmen, noch ein paar Minuten zittern - und dann hieß es für alle in Frankfurt und an den Fernsehgeräten: Kollektiv Jubeln!