Europa geht baden – zu 94 Prozent in sauberen Gewässern

22. Mai 2013 - 7:14 Uhr

“Es bleibt noch viel zu tun“

Ungetrübter Badespaß in ganz Europa: Die Qualität von Europas Badegewässern ist überwiegend sehr gut. Bei der großen Mehrheit (94 Prozent) der Badestellen in Europa ist die Wasserqualität passabel bis ausgezeichnet. An 78 Prozent der Standorte ist die Wasserqualität sogar hervorragend. Deutschland zählt demnach zu den Top-Zielen für den Badeurlaub - 88 Prozent der Badegewässer erhalten hier die Bestnote. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Umweltagentur hervor.

EU-Studie zur Wasserqualität in Europas Gewässern
Deutschland zählt zu den besten Badeorten: 88 Prozent der Badegewässer erhalten hier die Bestnote.
© dpa, Britta Pedersen

Die EU-Kommission hat die Qualität von Gewässern in Europa getestet: Mehr als 22.000 Badegewässer in den 27 EU-Mitgliedstaaten wurden untersucht – 2.295 davon in Deutschland. Etwa zwei Drittel davon an Meeresküsten, der Rest an Flüssen und Seen.

Die Anzahl der Badeorte, die den Mindestanforderungen entsprechen, ist gegenüber dem Bericht des Vorjahres um beinahe zwei Prozent gestiegen. "Es ist ermutigend zu sehen, wie sich die Qualität der europäischen Badegewässer kontinuierlich verbessert," sagte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik. "Aber es bleibt noch viel zu tun, bis alle unsere Gewässer Trinkwasser- und Badegewässerqualität haben und unsere aquatischen Ökosysteme gesund sind."

Vorsicht in Belgien, Großbritannien und in den Niederlanden

Am besten kamen Zypern und Luxemburg weg, wo sämtliche Badestellen die Qualitätsanforderungen erfüllten. Auch Malta, Kroatien und Griechenland schnitten gut ab. "All diese Urlaubsziele erfüllen die Vorgaben mit exzellenter Qualität", sagte die Chefin der Europäischen Umweltagentur, Jacqueline McGlade. "Und sie liegen alle über dem EU-Durchschnitt." In Malta wurden 97 Prozent der Badestellen als hervorragend eingestuft, in Kroatien 95 Prozent und in Griechenland 93 Prozent. Deutschland folgt mit 88 Prozent. Nur acht von fast 2.300 Badegewässern wurde in Deutschland eine "schlechte Qualität" bescheinigt.

Genauer hinschauen sollten Wasserratten hingegen in Belgien: Dort verfehlten 13 Prozent der Badestellen die von der EU vorgesehenen Mindeststandards. Auch in den Niederlanden (6,5 Prozent) oder Großbritannien (5,7 Prozent) fielen vergleichsweise viele Gewässer durch. In Spanien (3,8 Prozent) erwies sich vor allem die westliche Atlantikküste als problematisch. In Frankreich galt dies für die Bretagne und östliche Mittelmeerstrände.

"Alles, was wir jetzt noch brauchen, ist ein bisschen Sonnenschein und dass der Sommer endlich anfängt", sagte Potocnik weiter.