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Euro-Krise: Woche der Wahrheit für Athen

Euro-Krise: Woche der Wahrheit für Athen

Ohne neue Hilfe pleite

Für Griechenland geht es um Alles oder Nichts und anscheinend ist den Handelnden in Athen der Ernst der Lage bewusst. Das krisengeschüttelte Land sichert seinen internationalen Geldgebern weitere Sparmaßnahmen zu, um eine Pleite abzuwenden. Wie diese konkret aussehen sollen, ist allerdings unklar.

EU- und IWF-Vertreter beraten mit Griechenland über weitere Hilfen aus dem Rettungspaket.
Ohne neue Milliarden aus dem Rettungspaket wäre Griechenland im Oktober pleite.
dpa bildfunk

"Wenn wir einen Zahlungsausfall vermeiden, die Situation stabilisieren und in der Eurozone bleiben wollen, müssen wir umfassende strategische Entscheidungen treffen", sagte Finanzminister Evangelos Venizelos nach einer Kabinettssitzung. Griechenland müsse die Haushaltsziele für 2011 und 2012 vollständig erreichen. Das Land dürfe keine Schulden mehr anhäufen.

Die Minister hätten vor der wichtigen Telefonkonferenz mit den Inspektoren von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die notwendigen Schritte für Einsparungen skizziert, so der Minister. Venizelos soll bei dem heutigen Telefonat den EU- und IWF-Vertretern darlegen, wie Griechenland seine Finanzprobleme in den Griff bekommen will.

Finanzminister nennt keine konkreten Maßnahmen

Nach der Unterredung werde das Kabinett wieder zusammenkommen und die politischen Maßnahmen spezifizieren, fügte er hinzu. Der Finanzminister nannte zunächst keine konkreten Pläne. Er sagte lediglich, dass sich die Haushaltspolitik im kommenden Jahr stärker auf Ausgabenkürzungen konzentrieren werde als auf eine Erhöhung der Einnahmen.

Von den Sparplänen machen EU und IWF abhängig, ob sie die nächste, von Griechenland dringend benötigte Hilfstranche auszahlen. Ohne die Tranche über acht Milliarden Euro droht Griechenland die Pleite. Angesichts der sich verschärfenden Krise hatte Ministerpräsident Giorgos Papandreou seine USA-Reise abgesagt.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnte eindringlich vor einem Aufweichen des Reformdrucks auf Griechenland. Wenn das Land sein Anpassungsprogramm nicht umsetze, entfalle auch die Grundlage für weitere Hilfszahlungen seiner Euro-Partner und des IWF, sagte er im Bundestags-Haushaltsausschuss. Dieser Zusammenhang sei auch wichtig mit Blick auf andere Länder, die eine solide Finanzpolitik umsetzen müssten. "Die Bundesbank spricht sich grundsätzlich für eine disziplinierende Wirkung des Finanzmarktes aus", so Weidmann.