Euro: Hollande macht Griechen klare Ansage

Samaras (r) bei Hollande in Paris.
© dpa, Stephane Reix

06. September 2012 - 10:58 Uhr

Athen muss Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen

Der französische Präsident François Hollande will Griechenland auf jeden Fall in der Eurozone halten. Allerdings müsse Athen seine Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen, betonte Hollande nach einem einstündigen Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras in Paris.

Samaras zeigte sich zuversichtlich. "Griechenland wird es schaffen, in der Eurozone zu bleiben." Es gebe gemeinsame Probleme, aber auch gemeinsame Hoffnung. "Ein Erfolg Griechenlands wird ein Erfolg Europas sein."

Dafür müsse Griechenland "natürlich Verpflichtungen eingehen und Anstrengungen unternehmen", versprach Samaras. Zusätzlich bedürfe es eines wirtschaftlichen Wachstums. "Wir können unsere Ziele erreichen und unsere Verpflichtungen einhalten." Dabei müsse jedoch der soziale Zusammenhalt gewahrt werden.

Hollande will schnelle Entscheidung über Griechenlands Zukunft

Wie bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte auch Hollande Griechenland zunächst keine Hoffnung auf Lockerungen beim Sparpaket. Nach dem Treffen mit Samaras vermied Hollande in seiner Stellungnahme inhaltliche Festlegungen. Auch zur Diskussion über neue Fristen für Griechenland sagte Hollande nichts.

Samaras will zwei Jahre Aufschub für das griechische Sparpaket. Dazu hatte schon Merkel nichts verlauten lassen. Auch die Kanzlerin hatte betont, Griechenland müsse die Zusagen umsetzen und Worten Taten folgen lassen.

Zuvor hatte Hollande im Ringen um die Zukunft Griechenlands eine schnelle Entscheidung gefordert. Diese müsse getroffen werden, sobald der Bericht der Gläubiger-Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds vorliegt. Der Bericht wird zum europäischen Gipfel im Oktober erwartet.