EURO 2024: Reinhard Grindel attackiert türkische Bewerbung

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24. September 2018 - 11:33 Uhr

EURO-Countdown läuft

Die Vergabe der EURO 2024 rückt näher, und beim DFB verschärft man mit Blick auf den 27. September den Ton gegenüber Mitbewerber Türkei. Präsident Reinhard Grindel lässt nichts unversucht, die Schattenseiten einer möglichen Ausrichtung der EM in der Türkei zu betonen.

DFB betont wirtschaftliche Verlässlichkeit

"Die EM ist eine der ganz entscheidenden Einnahmemöglichkeiten der UEFA. Wir haben natürlich darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Mitbewerber aus der Türkei so ziemlich alles garantieren, was nicht niet- und nagelfest ist", sagte der DFB-Präsident dem ZDF. "Die Kollegen aus der UEFA-Exekutive wissen aber ganz genau, was wir Deutsche leisten können. Insbesondere, wenn wir sagen, das kostet einen Euro und dafür bekommt ihr einen Euro, dass das auch noch 2024 gilt."

Vor allem das Thema wirtschaftliche Verlässlichkeit wird vonseiten des DFB unermüdlich betont. "Mit uns Deutschen hat man bei der UEFA gute Erfahrungen gemacht. Wir haben Champions-League-Finals durchgeführt, wo man erkennen konnte, dass das, was wir vorher zugesagt haben, auch eingehalten wurde", sagte Grindel.

DFB-Bewerbung überzeugt UEFA

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der am Donnerstag stimmberechtigt ist und bei einem Patt den Ausschlag geben würde, äußerte sich wie zuletzt verklausuliert zur Lage in der Türkei. "Ich rede nicht gerne über politische Situationen oder Dinge, nur wenn es absolut notwendig ist. Das einzige, was ich dazu sage, ist, dass wir das natürlich im Auge haben und die Bewerbung ganz genau überprüfen", sagte der Slowene.

Im UEFA-Bericht glänzte der DFB mit einer "inspirierenden, kreativen und sehr professionellen Vision". In den zehn Stadien wäre während der 51 Spiele Platz für insgesamt 2,78 Millionen Zuschauer - 290.000 mehr als in der Türkei. Dass in Deutschland aber in jedem Fall Steuern und Mieten bezahlt werden müssten, könnte allerdings zugunsten der Türkei gewertet werden.

Am 27. September in Nyon kommt es auf die Stimmen der 17 Funktionäre im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) an.