28. Oktober 2017 - 12:14 Uhr

Ist die Sommerzeit ein Auslaufmodell?

Die EU-Kommission prüft Forderungen nach einer Abschaffung der Sommerzeit. Die Frage werde derzeit unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen untersucht, bestätigte eine Sprecherin. Sobald es ein Ergebnis gebe, werde man die Öffentlichkeit darüber informieren.

Nicht gut für die Wirtschaft: Auch die FDP mag die Sommerzeit nicht

Die Sommerzeit, die in diesem Jahr am 29. Oktober endet, ist seit ihrer Einführung umstritten. Viele Menschen klagen darüber, dass ihnen eine Stunde Schlaf fehlt. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab im Frühjahr, dass rund 47 Prozent der Bundesbürger am Sonntagmorgen den Schlafmangel spüren. 60 Prozent würden die Umstellung gern ganz abschaffen.

In den Sondierungen zur Jamaika-Koalition wirbt die FDP zurzeit für eine Abschaffung der Sommerzeit. Die Beratungen auf EU-Ebene dürften der Partei entgegenkommen. Ein Umstellung mache nämlich "nur dann Sinn, wenn andere Länder der EU auch mitmachen", sagte Michael Theurer aus dem FDP-Präsidium der 'Rhein-Neckar-Zeitung'. Und "eine deutsche Regierung, die das Vorhaben entschlossen vorantreibt, kann dann auch auf europäischer Ebene überzeugen". Sowohl für Privatleute als auch für Unternehmen bedeute es unnötigen Aufwand, wenn an der Uhr gedreht werde.Die FDP fordert bereits seit Jahren ein Ende der Sommerzeit.

Die Sommerzeit ist seit jeher umstritten - wie sehen Sie das?

Erstmals eingeführt wurde die Sommerzeit in Deutschland während des Ersten Weltkriegs. Zwischen den Weltkriegen und nach dem Zweiten Weltkrieg schaffte man die Umstellung jedoch wieder ab. Erst 1980 wurde sie mit dem Ziel, das Tageslicht besser zu nutzen, erneut eingeführt. Der Effekt ist jedoch umstritten. Regelungen auf EU-Ebene zur Sommerzeit gibt es seit 1981. Die jüngste stammt aus dem Jahr 2001.