Jährlich 51.000 Tonnen Elektroschrott in der EU

EU-Parlament fordert einheitliche Ladegeräte für Smartphones

Für jedes Handy-Modell ein eigenes Ladegerät? Das will das EU-Parlament ändern.
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14. Januar 2020 - 15:43 Uhr

Unterschiedliche Kabelanschlüsse sorgen für tonnenweise Müll

Wer alle zwei Jahre auf das neueste Smartphone-Modell wechselt, ist zwar auf dem neuesten Stand – sammelt aber oft auch eine Menge Elektromüll in der Schublade. Neben den alten Handys sind es vor allem auch die dazugehörigen Ladekabel, die nicht mehr funktionieren oder nicht zum neuen Gerät passen. Allein durch letztere fallen pro Jahr rund 51.000 Tonnen Elektroschrott an. Das Europäische Parlament fordert deshalb jetzt eine Vereinheitlichung der Ladegeräte aller Hersteller.

„Industrie löst das Problem nicht von selber“

Smartphones, Tablets, E-Books und andere Geräte sollen EU-weit demnach auf ein und dieselbe Weise geladen werden können. Dadurch würde nicht nur die Menge des Elektroschrotts reduziert, sondern auch den Verbrauchern das Leben erleichtert. Das Europaparlament kritisiert, dass der Druck auf die Hersteller bisher nicht hoch genug gewesen sei. EU-Politikerin Evelyne Gebhardt (SPD), Mitglied im Verbraucherschutz-Ausschuss, fragt: "Wie lange wird es noch dauern, bis die EU-Kommission einsieht, dass die Industrie das Problem nicht von selber lösen wird?"

Kabelloses Laden als Chance

Gerade der Trend zum kabellosen Laden sei demnach eine Chance, so Andreas Schwab von der CDU: "Es mag bei den Steckverbindungen für Kabel technische Argumente gegen eine zwangsweise Vereinheitlichung geben. Dies gilt aber keinesfalls für kabellose Ladegeräte."

Über das Thema soll der Europa-SPD zufolge Ende Januar abgestimmt werden. Die Forderung ist nicht die einzige in Sachen Elektroschrott-Recycling, über die zur Zeit diskutiert wird: Die Bundestagsfraktion der Grünen will einen Pfand von 25 Euro auf neue Smartphones durchsetzen.

Elektroschrott richtig recyceln: So geht‘s

Ausgediente Elektrogeräte wie Smartphones enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber oder Kupfer, die recycelt werden sollten. Doch vor allem in Deutschland lässt die Sammelquote zu wünschen übrig. Aber wohin mit den alten Kabeln, dem kaputten Toaster oder dem Kühlschrank?

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