2018 M09 14 - 21:42 Uhr

Vorschlag der EU-Kommission: Jedes Land entscheidet über Sommer- oder Winterzeit

Die EU-Kommission hat den Vorschlag veröffentlicht, im Jahr 2019 die Zeitumstellung abzuschaffen. Der Plan sieht vor, dass die Mitgliedsstaaten selbst entscheiden, ob sie dann bei der Winter- oder der Sommerzeit bleiben. Wenn das Europäische Parlament und der Europäische Rat dem Vorschlag zustimmen, wird am 31. März 2019 zum letzten Mal von Winter- auf Sommerzeit umgestellt. Nur die Länder, die sich für dauerhafte Winterzeit entscheiden, würden dann im Oktober 2019 noch von Sommer- auf Winterzeit umstellen.

Reaktion auf Ergebnis einer EU-Umfrage

Die Kommission reagiert mit diesem Vorschlag auf das deutliche Ergebnis einer EU-Umfrage zur Zeitumstellung. 4,6 Millionen Menschen hatten abgestimmt, über 80 Prozent stimmten für die Abschaffung. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte daraufhin versichert: "Die Zeitumstellung gehört abgeschafft."

Warum gibt es keine EU-weite Entscheidung für eine dauerhafte Normalzeit? "Der Vorschlag der Kommission fördert die Konsultation auf nationaler und europäischer Ebene, um ein koordiniertes Vorgehen der Mitgliedstaaten zu gewährleisten", heißt es dazu in der Mitteilung der EU-Kommission. Die Entscheidung sollte den Mitgliedsstaaten freistehen, so die Kommission weiter. Dabei warnen Forscher vor einer dauerhaften Sommerzeit, wie Sie auch im Video sehen können.

Sommer- oder Winterzeit? Was gilt ab 2019 in Deutschland?

Die EU-Kommission fordert die Mitgliedsstaaten auf, einen Flickenteppich zu vermeiden. Laut EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc haben sich erst einige Staaten geäußert, welche Zeit sie ab 2019 zu ihrer Normalzeit machen wollen.

In Deutschland ist das Wirtschaftsministerium für diese Frage zuständig. "Wir haben in Deutschland eine große Mehrheit an Einsendungen festgestellt, dass es die Sommerzeit geben soll. Der Vorschlag ist gut und so sollte er umgesetzt werden", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier im MDR. Dabei bezog er sich auf die EU-Umfrage, an der mehr als drei Millionen Deutsche teilgenommen hatten. Nach ARD-Informationen gibt es allerdings noch keine endgültige Entscheidung im Wirtschaftsministerium.