EU-Innnenminister arbeiten an Lösung der Flüchtlingskrise

© dpa, Bernd von Jutrczenka

3. September 2014 - 12:25 Uhr

Deutschland bereit 'Frontex Plus' zu unterstützen

Die Innenminister mehrerer EU-Länder bemühen sich, den Streit über den Umgang mit der wachsenden Zahl an Flüchtlingen im Mittelmeerraum beizulegen. Bei ihrem nächsten Treffen Anfang Oktober wollen sich die EU-Innenminister auf konkrete Schritte einigen, um besser mit dem Problem fertig zu werden und die gegenseitigen Schuldzuweisungen innerhalb der Europäischen Union zu beenden. Das kündigten die Ressortchefs aus Deutschland und Italien, Thomas de Maizière (CDU) und Angelino Alfano, in Berlin an.

De Maizière sagte, Deutschland sei bereit, die geplante neue Grenzschutzmission im Mittelmeer - 'Frontex Plus' - zu unterstützen. Italien und andere südeuropäische Staaten wiederum müssten sich verpflichten, die Vorgaben des EU-Asylsystems einzuhalten. Das heißt: Sie sollen Asylbewerber systematisch registrieren und nicht in andere EU-Länder weiterreisen lassen. Außerdem müsse die EU den Kampf gegen Schlepperbanden verstärken und die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern der Flüchtlinge intensivieren, mahnte de Maizière.

Viele Menschen versuchen, auf dem gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa zu kommen und hier um Asyl zu bitten. Das betrifft vor allem Italien. Die Regierung in Rom fordert seit langem mehr Unterstützung in dieser Frage. Andere EU-Länder wiederum werfen den Italienern vor, Flüchtlinge bewusst nicht zu registrieren, damit sie weiterziehen und in anderen Mitgliedsstaaten Asyl beantragen.