EU hofft auf koordinierte Abwehr des neuen Coronavirus

28. Januar 2020 - 13:20 Uhr

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus will die EU-Kommission ein koordiniertes Vorgehen aller EU-Länder bei der Überwachung von Einreisen. Man habe deshalb um kontinuierliche und detaillierte Informationen gebeten, hieß es am Dienstag nach einer Sitzung des Ausschusses für Gesundheitssicherheit in Brüssel.

Denkbar sei auch gegenseitige Hilfe über den europäischen Katastrophenschutz-Mechanismus, zum Beispiel für die Rückholung von EU-Bürgern aus China. Die EU übernähme dabei einen Teil der Kosten, wie ein Kommissionssprecher sagte. Noch gebe es aber kein Hilfsersuchen eines Mitgliedsstaats. Das Kollegium der Kommissare will sich am Mittwoch mit dem Corona-Ausbruch befassen.

Das sogenannte Health Security Committee, ein Koordinierungsgremium der Gesundheitsbehörden, hatte sich am Montag besprochen. Im Zentrum der Diskussion standen nach Angaben der Kommission die Abwehrmaßnahmen in den einzelnen EU-Staaten, die Information der Bevölkerung, Reisehinweise und die weitere Koordinierung. Weitere Treffen des Ausschusses seien geplant.

Das neuartige Coronavirus kann eine Lungenkrankheit auslösen, die nun erstmals auch bei einem Mann in Deutschland bestätigt wurde. Die ersten europäischen Fälle waren am Wochenende in Frankreich entdeckt worden. Im Hauptverbreitungsland China sind an der Infektion bereits mehr als 100 Menschen gestorben, meist ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen.

Quelle: DPA