Corona-Hilfen beschlossen

EU-Gipfel: Einigung nach weiterer Nachtsitzung - welchen Einfluss hat die Müdigkeit?

21. Juli 2020 - 8:33 Uhr

EU-Gipfel in Brüssel: Lange Nächte, kurze Erholungspausen

Seit Freitag tagten die Staats- und Regierungschef in Brüssel, stritten bis zum frühen Dienstagmorgen um Art und Höhe der Corona-Hilfen in der Europäischen Union. Nachdem Merkel, Macron und Co schon von Sonntag auf Montag die Nacht durchmachten, ging auch das Finale – gestartet am Montagnachmittag – bis in die frühen Morgenstunden. Welchen Einfluss hat die Müdigkeit auf wichtige Entscheidungen, die in langen Nachtsitzungen getroffen werden? Im Video geben Experten, Beobachter und langjährige EU-Politiker Einblicke.

Albrecht von Lucke: "Körperliche Physis entscheidet"

Stehvermögen und Sitzfleisch führt Politologe Albrecht von Lucke bei langen Verhandlungen als entscheidende Faktoren ins Feld. "Es ist tatsächlich die körperliche Physis, die am Ende oftmals entscheidet, wer am längeren Hebel sitzt", erklärt von Lucke im RTL-Interview. Also: Wer fitter ist, steht die langen Verhandlungsnächte besser durch.

Was sicher auch helfen kann, ist geistige Entspannung, mental frisch bleiben. Bei Bundeskanzlerin Angela Merkel, die einmal sagte, sie könne Schlaf speichern, klang das am Dienstagmorgen dann so: "Außergewöhnliche Ereignisse, und das ist die Pandemie, die uns alle erreicht hat, erfordern auch außergewöhnliche neue Methoden. Es hat dann auch außergewöhnlich lange gedauert." Job erledigt, gute Nacht.

Knapp vorbei am Verhandlungszeit-Rekord der EU

Nur 25 Minuten haben nach Zeitrechnung der EU gefehlt, um den Brüsseler Sondergipfel zum Haushalt für die kommenden sieben Jahre zum längsten in der Geschichte der Union zu machen. Damit bleibt der Rekord beim Gipfel von Nizza aus dem Jahre 2000 bestehen. Dieser war nach EU-Rechnung erst nach 91 Stunden und 45 Minuten zu Ende gegangen.

In Nizza hatten die Staats- und Regierungschef einen neuen EU-Vertrag ausgehandelt, der ein weiteres Zusammenwachsen Europas ermöglichte. So wurden die Weichen für die Aufnahme von den damals noch nicht zur EU gehörenden Ländern Mittel- und Osteuropas sowie von Malta und Zypern gestellt.

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