EU erlaubt Lufthansa die Übernahme von Air-Berlin-Anteilen – gegen Auflagen

Die Lufthansa im Höhenflug: Die EU erlaubt den Kauf von Air-Berlin-Anteilen.
© dpa, Oliver Berg, obe pzi Ken tba

22. Dezember 2017 - 9:28 Uhr

Lufthansa muss Auflagen respektieren

Die EU-Kommission hat der Lufthansa die Übernahme der Air-Berlin-Tochter LG Walter (LGW) erlaubt. Allerdings nennen die Wettbewerbshüter in Brüssel Auflagen. So verzichtet die Lufthansa auf Start- und Landerechte. Damit will die EU-Kommissarin für Wettbewerb einer Monopol-Stellung des Konzerns vorbeugen.

Übernahme soll keine Auswirkung auf den Wettbewerb haben

Flughafen Dortmund. Foto: Ina Fassbender/Archiv
Die LGW hat ihren Sitz in Dortmund.
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Ursprünglich wollte die Lufthansa mit LGW und Niki zwei Air-Berlin-Teilgesellschaften für 210 Millionen Euro aufkaufen. Damit hätte der Konzern einen Großteil der Air-Berlin-Anteile übernommen. Ein Kaufvertrag war bereits unterschrieben, Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte von "einem großen Tag" gesprochen. Allerdings hatte die EU-Kommission Bedenken geäußert, dass die Lufthansa durch eine Übernahme von Niki auf vielen Strecken zum Monopolisten geworden wäre. Daraufhin hatte der deutsche Branchenprimus sein Angebot zurückgezogen und Niki musste Insolvenz anmelden.

Keine Bedenken, sondern lediglich Auflagen gibt es nun beim Erwerb von LGW, einer weiteren Teilgesellschaft von Air Berlin. "Lufthansa hat verbesserte Verpflichtungszusagen eingereicht, die sicherstellen, dass die Auswirkungen auf den Wettbewerb begrenzt sind", erklärte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager in Brüssel.

Im Klartext heißt das, dass Fluggäste nicht mit höheren Kosten rechnen müssen. So verzichtet die Lufthansa zum Beispiel in Düsseldorf auf den Erwerb von zusätzlichen Start- und Landerechten. In Deutschland gab es nach der Pleite von Air Berlin zuletzt Kritik, weil die Preise für Inlandsflüge der Lufthansa gestiegen waren.

Bei der Lufthansa reagierte man mit Freude auf das Urteil aus Brüssel. "Weit über 800 Mitarbeiter der LGW haben nun sichere Arbeitsplätze in der Lufthansa-Gruppe", teilte Vorstandschef Thomas Winkelmann mit. Die LGW hat ihren Sitz in Dortmund.

Niki weiter ohne Käufer

Sowohl der Berliner Logistiker Zeitfracht, als auch die irische Billigfluglinie Ryanair haben unterdessen auf die Abgabe eines Kaufangebots für die österreichische Airline verzichtet. Airline-Gründer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda gab hingegen wohl ein Angebot ab, weitere Details wurden hierzu bisher nicht bekannt.