EU-Abgeordnete wollen Parlamentssitz selbst wählen

Die EU-Abgeordneten wollen nicht mehr zwischen Brüssel und Straßburg pendeln. Eine große Mehrheit stimmte in Straßburg dafür, den Standort des Europäischen Parlaments nach einer Änderung der EU-Verträge selbst wählen zu können. "Das EU-Parlament ist es leid, auf Geheiß der Staats- und Regierungschefs und gegen seinen Willen in Europa hin- und hergeschickt zu werden", sagte der Grünen-Abgeordnete Gerald Häfner. Die Fahrten zwischen Brüssel und Straßburg seien ein "aufgezwungener, verschwenderischer Reisezirkus".

Seit 1992 sind die Standorte Brüssel, Straßburg und Luxemburg vertraglich festgelegt. Die Dreiteilung kostet einem Parlamentsbericht zufolge jedes Jahr bis zu 204 Millionen Euro und verursacht den Ausstoß von bis zu 19.000 Tonnen Kohlendioxid. "Die Mitgliedstaaten müssen einsehen, dass diese Mittelverschwendung dem Ansehen der Europäischen Union schadet", sagte der SPD-Abgeordnete Jo Leinen.