EU-Politiker auf RTL-Anfrage: "Zukunft gehört mRNA-Impfstoffen"

EU: Ab 2022 kein AstraZeneca sowie Johnson & Johnson mehr?

Die EU-Kommission plant künftig vor allem mit mRNA-Impfstoffen
Die EU-Kommission plant künftig vor allem mit mRNA-Impfstoffen
© RTL, Collage

14. April 2021 - 13:28 Uhr

Peter Liese (CDU) bestätigt Vertragsende mit AstraZeneca sowie Johnson & Johnson

Die EU-Kommission will einem Medienbericht zufolge die Impfstoff-Verträge mit AstraZeneca und Johnson&Johnson nicht verlängern. Das berichtete die Zeitung "La Stampa" mit Verweis auf das italienische Gesundheitsministerium. Auf RTL-Anfrage bestätigt EU-Politiker Peter Liese (CDU): "Die Zukunft gehört den mRNA-Impfstoffen." Der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament erklärte, die EU-Kommission wolle die Verträge mit Johnson & Johnson und AstraZeneca nicht verlängern.

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EU-Gesundheitspolitiker: Kommission will 900 Millionen mRNA-Impfstoffe kaufen

Auf Anfrage von RTL-EU-Korrespondent Carsten Mierke erklärte Liese, die EU-Kommission wolle stattdessen für die Jahre 2022 und 2023 900 Millionen mRNA-Impfstoffe kaufen. "Sie sind offensichtlich wirksamer als die Vektorimpfstoffe und scheinen auch nebenwirkungsärmer zu sein", betonte der deutsche EU-Politiker aus der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP, zu der die CDU gehört), der aber auch die Wichtigkeit des Einsatzes von Johnson & Johnson sowie AstraZeneca in der aktuellen Phase der Pandemie betonte.

Der wichtigste Vorteil von Impfstoffen, wie denen von Biontech und Moderna, sei, dass man sie schneller und gezielter an Mutationen anpassen könne, so Liese weiter: "Und wenn wir die Pandemie dauerhaft bekämpfen wollen, müssen wir zumindest die Risikogruppen in den nächsten Jahren voraussichtlich mit angepassten Impfstoffen schützen."

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur äußerte ein nicht namentlich genannter EU-Beamter, die Berichte über das Ende der Verträge mit AstraZeneca sowie Johnson & Johnson seien falsch. Es sei viel zu früh, darüber jetzt zu entscheiden, zitierte die dpa.

Negative Schlagzeilen um AstraZeneca

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AstraZeneca war in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder in den Schlagzeilen. Nach Sinusvenenthrombosen bei Geimpften überprüften EMA und Paul-Ehrlich-Institut mehrfach ihre Empfehlungen. Lesen Sie hier einen Vergleich der in Europa zugelassenen Impfstoffe, mit Wirksamkeit, möglichen Nebenwirkungen und geltenden Zulassungsempfehlungen.

Mit AstraZeneca ist nach Angaben der EU bisher folgendes geregelt: "Durch den Vertrag sind alle Mitgliedstaaten in der Lage, 300 Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca zu erwerben, mit einer Option auf weitere 100 Millionen Dosen." Um den Vertrag hatte es im Januar einen Konflikt zwischen Brüssel und dem britisch-schwedischen Hersteller um Liefermengen gegeben. Daraufhin hatte die EU Teile des Vertragswerks öffentlich gemacht. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu, finden Sie hier.

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