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Essex, England: 39 Leichen in Lastwagen gefunden - Container kam aus Belgien

Schrecklicher Fund in England

Essex: 39 Leichen in Lkw-Anhänger entdeckt – Container kam aus Belgien

39 Leichen in Lkw-Anhänger entdeckt Grausamer Fund in England
01:00 min
Grausamer Fund in England
39 Leichen in Lkw-Anhänger entdeckt

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Essex, England: 39 Leichen in Lastwagen in Grays gefunden

Grausiger Fund in einem Industriegebiet östlich von London: Sanitäter haben 39 Leichen in einem versiegelten Lkw-Container in Grays (Grafschaft Essex) entdeckt. Die Rettungskräfte riefen sofort die Polizei. Der Lkw-Fahrer wurde verhaftet. Bilder vom Tatort – im Video.

Polizei Essex: 38 Erwachsene und ein Teenager tot

23.10.2019, Großbritannien, Grays: Polizisten arbeiten im Waterglade Industrial Park, nachdem 39 Leichen in einem LKW-Container im Industriegebiet gefunden wurden. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Leichen liegen in diesem Lastwagen.
nwi, dpa, Stefan Rousseau

Die Sanitäter konnten keinem Menschen mehr helfen. 38 Erwachsene und ein Teenager – alle tot. "Das ist ein tragisches Ereignis", sagte Polizeisprecher Andrew Mariner. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, herauszufinden, was hier passiert ist." Bis alle Toten identifiziert sind, könne es aber einige Zeit dauern. Zu Geschlecht und Nationalität der Toten wollte die Polizei noch keine Angaben machen.

Laut BBC hat die britische Nationalpolizei Experten geschickt. Sie sollen herausfinden, ob organisierte Verbrecher-Banden ihre Finger im Spiel hatten.

Am Abend wurde der Lkw schließlich abgeschleppt. Er werde zur weiteren Spurensicherung an einen sicheren Ort gebracht, sagte eine Sprecherin der Polizei. Die Leichen befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch immer im Inneren des Anhängers.

39 Tote in Essex: Woher stammt der Lkw-Container?

39 Tote in Thurrock, Essex: Forensische Ermittler untersuchen den Lastwagen.
Forensische Ermittler untersuchen den Lkw-Anhänger in Essex.
Leon Neal, GETTY IMAGES

Wie lange mussten die Menschen hilflos im Container ausharren? Wann starben sie – und warum? Dazu hat sich die Polizei noch nicht geäußert. Britischen Medienberichten zufolge soll der Container gekühlt gewesen sein – mit Temperaturen bis zu minus 25 Grad Celsius.

Die genaue Route des Lkw kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht rekonstruieren. Fest steht nur: Die Zugmaschine des Lkws, also der vordere Teil samt Fahrerkabine, kam wohl aus Nord-Irland – ebenso wie der Fahrer. Der Container hingegen, in dem sich die 39 Menschen befanden, wurde von Seebrügge in Belgien direkt nach Purfleet in der englischen Grafschaft Essex verschifft. Das teilte die örtliche Polizei am Mittwochnachmittag mit.

Der Container war offenbar gegen 1:30 Uhr deutscher Zeit im Hafen angekommen. Dort wurde er offenbar auf die Zugmaschine verladen. Eine gute halbe Stunde später, kurz nach 2 Uhr deutscher Zeit, verließ der Lkw samt Container dann den Hafen. Anschließend fuhr er weiter in den Nachbarort Grays, hielt im Industriegebiet. Dort wurden dann gegen 2:40 Uhr die Leichen gefunden.

Die Polizei nahm den Lkw-Fahrer noch in der Nacht fest. Es handelt sich um einen 25 Jahre alten Mann aus Nordirland. Er steht unter Mordverdacht. Mehr Details gaben die Behörden nicht bekannt.

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 October 23, 2019, Thurrock, Essex, UK: London UK: Police close off the Waterglade industrial estate in Thurrock, Essex after 39 bodies were found in the back of a lorry believed to have come from Bulgaria Thurrock UK PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY
Die Polizei hat die Zufahrt zum Industriegebiet abgesperrt.
www.imago-images.de, imago images/ZUMA Press, Steve Poston via www.imago-images.de

Weil der Lkw unter bulgarischem Kennzeichen fuhr, war am Mittag noch spekuliert worden, er sei in Bulgarien Richtung England gestartet. Das scheint nun aber immer unwahrscheinlicher. Zwar teilte das bulgarische Außenministerium mit, eine Frau aus Irland habe den Lastwagen im Juni 2017 in der bulgarischen Hafenstadt Warna unter dem Namen ihrer Firma angemeldet.

Nach Informationen unseres Reporters in Bulgarien ist der Lkw anschließend aber aus dem Land gebracht worden und seitdem nicht mehr dort gewesen. Zudem fahren in Irland viele Lkw-Speditionen mit bulgarischen Kennzeichen – aus Kostengründen, wie der Sender Sky News berichtet.

Leichenfund in Essex: Als der Rettungsdienst kam, waren die Menschen schon tot

In der Nacht auf Mittwoch war der örtliche Rettungsdienst nach Grays, Essex gerufen worden. Wer die Rettungskräfte alarmiert hatte, wollte der Gesundheitsdienst NHS auf Anfrage nicht kommentieren. Die Sanitäter waren mit fünf Rettungswagen und einem Gefahrgutzug ausgerückt. Aber die Hilfe kam zu spät: Als die Sanitäter den Lkw-Anhänger aufsperrten, waren alle 39 Menschen bereits tot. Gegen 02:40 Uhr deutscher Zeit riefen die Sanitäter dann die Polizei zum Waterglade Industrial Park.

Der britische Premierminister Boris Johnson drückte seine Anteilnahme aus: Der Vorfall in Essex sei "eine unvorstellbare Tragödie und zutiefst herzzerreißend". Er werde eng mit allen Behörden zusammenarbeiten, um die Hintergründe aufzuklären. "Meine Gedanken sind bei all denen, die ihr Leben und ihre Liebsten verloren haben."

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