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"Essensretterbrunch" in Berlin: Protest gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

05. Juli 2015 - 16:02 Uhr

Fast ein Drittel aller Lebensmittel landen im Müll

Am Berliner Hauptbahnhof sind 5.000 Menschen zu einem Gratis-Brunch zusammengekommen. Das Menü bestand ausschließlich aus Lebensmitteln, die sonst weggeworfen worden wären. Der "Essensretterbrunch" ist ein Protest der Umweltorganisation WWF und der Welthungerhilfe gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.

Berlin Essensretterbrunch
5.000 Menschen kamen zum "Essensretterbrunch" nach Berlin.
© imago/epd, imago stock&people

Hunderte freiwillige Helfer schnippelten für das Buffet. Verwertet wurde beispielsweise Gemüse, das nach Angaben von WWF nicht den gängigen optischen Idealen genügt und für den Handel aussortiert worden wäre. Brötchen und Gebäck stammten vom Vortag. Die Marmelade wurde aus Kirschen gekocht, die um ein Haar nie gepflückt worden wären. Rund 1,5 Tonnen Lebensmittel wurden so vor der Mülltonne gerettet. Alleine in der ersten Stunde griffen mehr als 1.000 Hungrige zu. "Die Erfahrung ist, dass auch, was nicht so gut aussieht und nicht der Norm entspricht genauso gut schmeckt", sagt eine Frau, die an der Aktion teilnahm.

Mit Couscous- und Reisgerichten wollten die Veranstalter auf ein weiteres Thema aufmerksam machen: "Lebensmittel wie diese, aber auch Zucker, Salz und Wasser brauchen kein Mindesthaltbarkeitsdatum", sagte WWF-Sprecher Roland Gramling. Bei richtiger Lagerung würden sie nicht verderben. Aus der Politik habe es dazu jetzt immerhin einen Vorstoß gegeben. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner hatte vor wenigen Tagen gefordert, das Mindesthaltbarkeitsdatum bei haltbaren Lebensmitteln abzuschaffen, weil es die Verschwendung befördere.

In Deutschland werden durchschnittlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr weggeworfen. Das entspricht rund einem Drittel des gesamten Nahrungsmittelverbrauchs. Weltweit sind es nach Angaben der Welthungerhilfe jährlich 1,3 Milliarden Tonnen. Gleichzeitig hungern weltweit rund 800 Millionen Menschen.

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