Essen: Wehrloses Baby zum Missbrauch gezeugt - Skandal-Urteil

13. März 2012 - 13:29 Uhr

Kinderschützer empört

Melanie R. und Benjamin P. zeugten nur aus einem Grund ein Baby: um den wehrlosen Säugling sexuell zu missbrauchen. Vor Gericht kamen sie dafür nun milde davon. Für Kinderschützer ein Skandal.

Ihr grausames Verbrechen haben sie ins Internet gestellt - den Missbrauch am eigenen Sohn, einem fünf Wochen alten Säugling. Vor dem Landgericht Essen verstecken sich die Rabeneltern hinter Ordnern.

Die Altenpflegerin und ihr Partner lernten sich über ein Internetforum für Sado-Maso-Praktiken kennen. Im Prozess legten sie ein umfassendes Geständnis ab. Protokolle von Chatsitzungen dokumentieren, dass sie ein Kind zeugten, nur um es missbrauchen zu können. Fünf Wochen nach der Geburt ihres Sohnes Oliver im Juni 2011 verging sich Benjamin P. an dem Säugling. Auch Melanie R. beteiligte sich an der Tat. Danach bot der 27-Jährige seinen Sohn sogar im Internet zum Sex an.

Mutter beantragte das Sorgerecht

"Die Angeklagten haben einen schutzlosen Säugling zum bloßen Objekt ihrer sexuellen Begierde degradiert und seine Menschenwürde mit Füßen getreten", heißt es in der Urteilsbegründung. Der Vater muss für acht, die Kindsmutter für fünf Jahre hinter Gittern.

In seinem Urteil bleibt das Gericht jedoch unter der Höchststrafe von fünfzehn Jahren. Der einmalige Missbrauch eines Säuglings könne nicht genauso hart bestraft werden wie die jahrelange Vergewaltigung von Kindern.

Für die Deutsche Kinderhilfe ist das ein Justizskandal. "Wer einen Säugling missbraucht, muss stets als besonders schwer schuldig gelten, um 15 Jahre ins Gefängnis zu kommen", sagt Georg Ehrmann, Vorsitzender der Deutschen Kinder-Hilfe.

Melanie R. hatte zuletzt sogar noch versucht, das Sorgerecht für Baby Oliver zu erhalten. Doch das Kind, das sie zum Missbrauch zeugte, bleibt in der Obhut des Jugendamts.