Essen: Sextäter Andreas H. endlich gefasst

22. März 2013 - 9:08 Uhr

Nachbarin tagelang eingesperrt und missbraucht

Endlich Aufatmen in Essen: Der seit Tagen gesuchte Vergewaltiger Andreas H., der eine 30-jährige Frau drei Tage gefangen gehalten und sie mehrfach missbraucht haben soll, ist gefasst. Die Polizei teilte mit, den 46-Jährigen am Mittwochabend am Essener Westbahnhof festgenommen zu haben.

Essen: Sextäter Andreas H. endlich gefasst
Mit diesem Foto suchte die Polizei nach Andreas H.

Seit dem 10. März wurde nach dem Mann gefahndet, auch mit Hilfe der Bevölkerung, indem die Ermittler ein Bild des Mannes veröffentlichten. Allein auf der Facebook-Seite von RTL Aktuell wurde das Fahndungsbild über 40.000 Mal 'geteilt', also weiterverbreitet.

Im Westbahnhof fiel der Verdächtige schließlich Beamten der Bundespolizei auf – er saß stark alkoholisiert in der Empfangshalle. Mit den Worten "Habt ihr gut gemacht, ich komm freiwillig mit" ließ er sich widerstandslos festnehmen, teilte die Polizei mit.

Unter einem Vorwand hatte sich der Mann am 8. März Zutritt zu der Wohnung seiner Nachbarin verschafft. Als ihm die 30-Jährige den Rücken zudrehte, bedrohte er sie mit einem Messer und verging sich mehrfach an ihr. Erst drei Tage später ließ er die Frau frei.

In seiner Kleidung fanden die Beamten einen Schließfachschlüssel des Essener Hauptbahnhofes. In dem Fach fanden die Ermittler dann auch "tatrelevante Gegenstände", so die Polizei in ihrer Mitteilung.

Auch Tochter missbraucht: Andreas H. ist Wiederholungstäter

Die Tat hatte vor allem bei der Tochter des Täters große Angst ausgelöst. Denn sie war sein erstes Opfer. Vanessa B. wurde als 14-Jährige von ihrem eigenen Vater über Monate missbraucht. Dafür verurteilte ihn ein Gericht zu sechs Jahren Haft. "Er wollte immer die Macht haben über mich", erzählt die junge Frau im Interview. Er sei immer gewalttätig und brutal gewesen, "und ihm ist einfach alles zuzutrauen."

2010 wurde Andreas H. wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen. Unter Auflagen: Er musste einen Alkoholentzug machen und an einer Therapie teilnehmen. Normalerweise ist die Rückfallquote bei Sexualstraftätern nach einer Therapie wesentlich geringer als bei anderen Verbrechern. Doch Andreas H. vergewaltigte wieder. Er suchte sich mit der Nachbarin wieder ein Opfer aus seinem direkten Umfeld.