Als Mama am Rande des Krisengebiets Gazastreifen

RTL-Korrespondentin Raschel Blufarb musste während der Raketenbeschüsse mit ihren Kindern in den Hausflur fliehen

12. November 2019 - 15:06 Uhr

Dschihadisten-Anführer erschossen

Das israelische Militär hat mit einer gezielten Aktion einen ranghohen Offizier des Islamischen Dschihads in Gaza-Stadt erschossen: Baha Abu Al-Ata. Nach dem tödlichen Angriff auf den Anführer der palästinensichen Extremistengruppe droht die Situation im Gazastreifen erneut zu eskalieren. Bereits am Dienstagmorgen sind Raketen aus Gaza auf den Süden und das Zentrum Israels abgefeuert worden.

Israel-Korrespondentin Raschel Blufarb wohnt in Tel Aviv und musste während des Angriffs mit ihrer vierjährigen Tochter und ihrem neugeborenen Sohn Schutz im Hausflur suchen. Im Video erzählt sie, wie sie die beängstigende Situation mit ihren Kindern erlebt hat.

Islamischer Dschihad feuert Raketen auf Israel

Am Dienstagmorgen gegen vier Uhr wurden Baha Abu Al-Ata und seine Frau bei einem Luftangriff auf ihr Haus in Gaza-Stadt erschossen, wie das israelische Militär in der Nacht von Montag auf Dienstag mitteilte. Die islamistische Terrororganisation bestätigte den Tod ihres 42-jährigen Anführers und sagte in einer Stellungnahme, dass Israel "alle roten Linien überschritten" habe.

Als Reaktion auf die gezielte Tötung Abu Al-Atas feuerten sie am Dienstagmorgen dutzende Raketen auf Israel, unter anderem auf Tel Aviv. Bisher gibt es keine Verletzten. Nach Armeeangaben wurden mehr als 50 Raketen abgefeuert, rund 20 Raketen davon seien vom Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden.

Gezielte Tötung sei Maßnahme gegen "eine direkte Bedrohung" gewesen

Armeesprecher Jonathan Conricus betont, dass Israel nicht zu einer Politik der gezielten Tötungen zurückkehren wolle - die Aktion gegen Abu Al-Ata sei eine einzigartige Maßnahme gewesen, da es sich um "eine direkte Bedrohung" gehandelt habe. Daher sei bei dem Luftangriff am Montagmorgen nur geziehlt das Stockwerk in dem Haus angegriffen worden, in dem sich Abu Al-Ata befand, berichtet Conricus.

Der Anführer der palästinensichen Extremistengruppe habe "unmittelbar bevorstehende" Terroranschläge auf israelische Soldaten und Zivilisten geplant und Terroreinheiten für das Eindringen nach Israel trainiert. Er sei außerdem der Anführer der bewaffneten Truppen des Islamischen Dschihad im Gazastreifen gewesen.

Schulen und Büros in Israel bleiben geschlossen

12.11.2019, Palästinensische Autonomiegebiete, Gaza: Eine palästinensische Rakete wird aus der Stadt Gaza abgefeuert. Zuvor hatten Israels Sicherheitskräfte ein Haus angegriffen, in dem sich ein Anführer des Islamischen Dschihad im Gazastreifen befan
Neue Raketenangriffe im Nahost-Konflikt
© dpa, Ashraf Amra, nwi

Aus Sicherheitsgründen bleiben Schulen und Büros vom Süden bis ins Zentrum Israels vorerst geschlossen. Der Zugverkehr nahe des Gazastreifens wurde teilweise gestoppt, die Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Truppen ins Grenzgebiet verlegt. Das israelische Sicherheitskabinett will um zehn Uhr zusammen kommen, um zu besprechen, wie es weitergeht.