Esel unterstützt Bundeswehr gegen Taliban

12. Februar 2016 - 13:34 Uhr

Im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban in der nordafghanischen Provinz Kundus wird die Bundeswehr neuerdings von einem Esel unterstützt.

Hermann, so der Name des Lasttiers, soll auf seinem Rücken schwere Waffen und Munition der Soldaten durch Reisfelder im Unruhedistrikt Char Darah tragen. Der für 100 Dollar (gut 70 Euro) von einem einheimischen Markt beschaffte Esel sei "taktisch notwendig", sagt Hauptmann Michael L., der Chef der dritten Kompanie in der Task Force Kundus. "Manchmal muss man eben unkonventionelle Lösungen finden."

Hermann sorgt außerdem für gute Stimmung unter den deutschen Soldaten, die im Polizei-Hauptquartier in Char Darah stationiert sind und bei Einsätzen draußen immer wieder zum Ziel von Anschlägen werden. Die Pflege des Esels sei eine "willkommene Abwechslung", sagt ein Leutnant, der "Wolle" genannt wird. Er hat gemeinsam mit seinen Männern die Verantwortung für das Tier übernommen. Der Fliegerleitoffizier ist dafür zuständig, bei Gefechten Bombenabwürfe oder Artilleriefeuer zu koordinieren. "Sich um den Esel zu kümmern macht mehr Spaß", sagt er. Hermann leiste "gute Dienste fürs deutsche Vaterland".