Wann hört das endlich auf?

Esel auf Santorini: So sehr müssen die Tiere für den Touri-Spaß leiden

22. Juli 2019 - 12:59 Uhr

Santorini: Lastesel müssen Touristen die Berge hinauf tragen

Geweißte Häuser, türkisblaues Meer und eine Aussicht so traumhaft schön wie auf einer Postkarte. Doch eines stört das Bild des perfekten Santorini: Leidgeplagte Esel, üppig beladen mit teilweise über 100 Kilo Mensch pro Tier, trotten die bergige Landschaft hinauf. Tragen tagein, tagaus Touristen über die Insel. Wann hört diese Tierquälerei endlich auf?

Esel drohen unter der Last der Menschen zu zerbrechen

Santorini ist eine traumhaft schöne Insel. Deshalb ist sie auch gerade für Kreuzfahrtschiffe ein Top-Ziel. Zwei Millionen Touristen besuchen die Insel jedes Jahr. Und fast alle wollen früher oder später hier hinauf: die 600 Stufen vom Hafen in Thira hinauf in die Altstadt mit ihrem atemberaubenden Blick. In der Sommer-Hitze ist das vielen Touristen zu anstrengend. Sie lassen sich lieber tragen – von einem der 350 Esel. Dabei ist es ihnen egal, wenn sie viel zu schwer für die Tiere sind und ob die Esel bei dem strapaziösen Aufstieg unter ihnen zusammenbrechen. Ihre Sättel haben keine Riemen, nur scheuernde Kordeln und Schläuche. Sie bekommen kaum Wasser. Und müssen viel zu schwere Lasten tragen -  Stunde um Stunde, Tour um Tour.

Tierschützerin: "Ein Esel sollte nicht mehr als 50 Kilogramm tragen müssen"

Tierschützer prangern schon seit Jahren die Tierquälerei an, die den Lasteseln widerfährt. Nun warnt Tierschützerin Christina Kaloudi, die RTL begleitet hat, einmal mehr eindringlich: "Ein Esel sollte nicht mehr als 50 Kilogramm tragen müssen." Außerdem betont sie, dass es gar nicht darum gehe, Lastesel nicht mehr zu nutzen - sondern darum, sie menschlich zu behandeln. Jeder solle sich zweimal überlegen, ob es das Leid der Esel wert ist, sich tragen zu lassen oder ob man die steilen Höhen der Urlaubsinsel nicht auch zu Fuß erklimmen kann.

Seit 2008 gibt es eine internationale Richtlinie zur Behandlung von Arbeitstieren, die unter anderem von "The Donkey Sanctuary", einer Organisation, die sich dem Schutz und Wohlergehen von Eseln widmet, erstellt wurde. Diese haben auch Vertreter von Santorini unterschrieben - aber wie man sieht, wird die Einhaltung dieser Regeln dort nicht überwacht.

Deshalb überneimmt RTL-Reporterin Nina Rositzke nun eine Patenschaft für einen Esel und spendet monatlich 25 Euro für sein Futter. Christina hofft, dass unser Bericht etwas ändert. Denn wenn mehr Touristen es ablehnen, auf misshandelten Tieren zu reiten, werden die Eseltreiber ihr Geschäft tierfreundlicher machen müssen. Wenn auch Sie helfen möchten: Die Bankdaten der Tierschutzorganisation um Christina Kaloudi bekommen Sie per Mail. Schreiben Sie uns an: "explosiv@rtl.de".